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“Wichtig ist, stets positiv zu bleiben”

Keine Spiele, kein Mannschaftstraining – der Corona-Virus hat den Fußball lahm gelegt. Unsere Spieler sind zuhause und trainieren individuell. Wir werden Euch in loser Reihenfolge Einblicke geben, was unsere Profis in diesen Zeiten machen und wie sie über die Situation denken. Heute zeigen wir euch, wie Manuel Prietl mit den aktuellen Geschehnissen umgeht.

Servus, Prieti. Wie geht’s Dir?
Danke der Nachfrage, mir und meiner Familie geht’s sehr gut.

Was macht die Hand? Alles in Ordnung?
Ja, ich hatte vergangene Woche meinen letzten Röntgentermin und es ist alles wieder so, wie es sein soll – es wächst also gut zusammen. Da hatte ich zum Glück aber auch nie größere Bedenken.

Hol uns doch einmal kurz ab – wie habt ihr den Tag erlebt, an dem wir ja eigentlich gegen den VfL Osnabrück hätten spielen sollen?
Es war eine komische Situation, zumal am Vortag ja auch schon relativ viel passiert ist. Es kaum raus, dass es in der zweiten Liga den ersten Infizierten gibt und dann hat man sich natürlich schon überlegt, ob und wie der Spieltag stattfinden kann. In diesem Fall ist es dann so gekommen, dass zwei Stunden vor Anpfiff die Entscheidung gefallen ist. Für uns Spieler war es etwas bitter, weil man das wohl auch schon einen Tag hätte vorher entscheiden können. Somit mussten wir bis kurz vor der geplanten Partie die Konzentration und Anspannung hochhalten – es war für alle sehr ungewohnt. Wir haben es aber schnell akzeptiert, zumal wir es ja auch nicht hätten beeinflussen können. Es gibt momentan einfach wichtigere Dinge als Fußball – die Gesundheit aller Menschen steht auf dem Spiel.

Die Situation in Stuttgart war ja auch länger unklar.
Als dann aber feststand, dass gespielt wird, haben wir uns sehr gefreut. Das Spiel vor so einer tollen Kulisse haben wir genossen.

Die ganzen Entwicklungen in den vergangenen Tagen haben das Leben so ziemlich auf den Kopf gestellt. Wie bewertest du die Situation?
Fakt ist, dass man das alles mitbekommt, überall wird davon berichtet. Wichtig ist, stets positiv zu bleiben und vor allen Dingen die Maßnahmen, die von den Behörden vorgegeben werden, immer umzusetzen – das ist das Allerwichtigste. So kann jeder seinen Teil dazu beitragen – Hände waschen, soziale Kontakte eindämmen und vorsichtig sein. Auch wenn es hart klingt, schaffen wir es, unser Leben auch mal für ein paar Wochen zu verändern. Entscheidend ist eben, dass man es nicht nur für sich, sondern vor allen Dingen für die vorerkrankten und älteren Menschen tut. Das hat oberste Priorität! Je schneller wir all die Maßnahmen umsetzen und vorsichtig sind, desto schneller können wir zurück in unseren Alltag, zudem eben auch der Fußball gehört.

Wie ist die Kommunikation zu den Jungs, die du ja nahezu jeden Tag siehst?
Wir sind ja fast wie eine kleine Familie, die Kommunikation besteht natürlich weiterhin. Klar ist es bitter, dass wir momentan nicht spielen können, aber der Fußball ist momentan – wie schon erwähnt – einfach nebensächlich. Dass wir momentan oben in der Tabelle stehen, zeigt, wie gut wir als gesamte Mannschaft bisher gearbeitet haben und funktionieren.

Nimm uns noch einmal kurz in deinen Alltag mit – wie sieht ein aktueller Tag im Hause Prietl aus?
Wahrscheinlich wie bei jeder anderen kleinen Familie auch. Das Schöne an der Sache ist, dass ich momentan sehr viel Zeit mit meiner Frau und meiner Tochter verbringen kann. Wir frühstücken ganz normal, dann ist irgendwann Spielzeit. Meine Tochter hat wahrscheinlich am meisten Freude, dass ich zuhause bin und wir gehen oft in den Garten. Es wird gemeinsam gekocht, gelacht und Zeit miteinander verbracht – man kann eben auch in schwierigen Zeiten immer wieder Positives für sich herausziehen.

Wie hältst du dich fit?
Ich habe ein Ergometer zuhause, wir haben einen Plan von “Schnitti” (Anm. d. Redaktion: Reinhard Schnittker, Athletiktrainer DSC) bekommen – wir sind also alle bestens versorgt.

Danke für das Gespräch, bleib gesund!