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Regelmäßige DSC-Heimspiele in Spanien

Zwischen Cañada de Gallego in Spanien und der Bielefelder SchücoArena liegen mehr als 2.000 Kilometer. Diese Strecke nehmen Detlev Bähr und die Mitglieder des Fanclubs “Los Toros Azules” regelmäßig auf sich, um die Spieler in Schwarz-Weiß-Blau von der Westtribüne aus nach vorne zu peitschen. Eigentlich hätten sie auch das urprünglich für heute angesetzte Heimspiel des DSC gegen Dynamo Dresden von Block J verfolgt. Warum man ausgerechnet in Spanien einen Arminia-Fanclub gründet und wie die lange Reise zum Spieltag nach Bielefeld abläuft, erfahrt ihr hier.

Detlev Bähr kommt ursprünglich aus Lemgo, ist seit den 1980er Jahren mit Leib und Seele DSC-Fan und schafft es regelmäßig in die SchücoArena. Bis zum Jahr 2002 stand sogar jedes Heim- und Auswärtsspiel auf dem Plan, sofern es die Arbeit zuließ. Genau diese war es dann aber, die den 46-Jährigen aus dem beschaulichen Ostwestfalen in die spanische Sonne, genauer gesagt in die Region Murcia, verschlug. Doch die Liebe zum Fußball – insbesondere zu Arminia – blieb auch 2.000 Kilometer entfernt der Heimat.

So lädt der gebürtige Lemgoer gemeinsam mit seinen Freunden Rick und Santi schon seit Jahren zum gemeinsamen Schauen der Arminia-Spiele in die Finca Oasis de Ifre ein, vertilgt mit seinen Freunden dabei Tapas anstatt Bratwurst und feuert den DSC aus der Comunidad Autónoma de Murcia an, doch das ganz besondere Arminia-Flair der SchücoArena will dabei nie zu 100 Prozent aufkommen. Aus genau diesem Grund freut sich Detlev immer besonders auf das erste Dezemberwochenende. Dann nämlich verbindet er zusammen mit seinem spanischen Fanclub “Los Toros Azules” einen Besuch beim Lemgoer Kläschen, einem gemütlichen Volksfest in der Lemgoer Innenstadt, mit einer Partie Arminias. Und da spielt es natürlich keine Rolle, ob der DSC auswärts oder in der geliebten SchücoArena spielt – Bähr und Fanclub sind laut eigener Aussage “auf jeden Fall” am Start.

Ein weiteres Treffen mit dem Arminia-Tross findet für Bähr und seine “Los Toros Azules” im jährlich stattfindenden Wintertrainingslager statt. Seitdem der DSC zur Vorbereitung auf die Rückrunde wieder nach Spanien reist, fährt der Fanclub regelmäßig zu den Arminia-Testspielen. Im circa 200 Kilometer von Cañada de Gallego entfernten Benidorm, direkt an der Costa Blanca, treffen sie dann auch ihre Freunde von der Arminen Schmiede, dem Fanclub aus Bethel. Mit einer großen Musikbox und der Arminia-Hymne im Gepäck wird mit den Mitgliedern des inklusiven Fanclubs gesungen und sich mit den Betreuern ausgetauscht. Und der Austausch mit den Begleitern ist für Bähr wichtig, schließlich arbeitet der Lemgoer in einem Jugendauslandshilfeprojekt und leitet dies.

Durch seinen Beruf lebt der bekennende Klos-Fan (“Ein absolut sympathischer Mensch, der auch in schweren Momenten immer wieder aufgestanden ist, sich durchgebissen hat und Arminia wie kein Zweiter verkörpert”) mit vielen anderen Betreuern aus ganz Deutschland zusammen, die Fans von verschiedenen Vereinen aus dem gesamten Bundesgebiet sind. Da liegt es natürlich auf der Hand, dass gemeinsam Fußball geschaut wird und dabei die Sportschau sowie das aktuelle Sportstudio ganz oben auf der Liste stehen.

Das erste gemeinsame “Rudelgucken” mit Kollegen und Freunden fand 2014 statt und an dieses Spiel erinnert sich auch Susann, Mitglied seit Stunde eins, noch, “als wäre es gestern gewesen”. Mit einem ordentlich beladenen Grill, leckeren Kaltgetränken und einem großem Fernseher wurde im Mai 2014 der 3:2-Auswärtserfolg des DSC am 34. Spieltag bei Dynamo Dresden mit einer Bielefeld/HSV-Fraktion auf der einen und einer Dynamo-Fraktion auf der anderen Seite verfolgt. Während dieses Spiel gut für den DSC ausging, gelang die Wiederholung beim Relegationsrückspiel gegen den SV Darmstadt 98 ein paar Tage später nicht. Doch das warf Detlev und seine Freunde nicht um – genauso, wie es den DSC bekanntlich nicht umwarf.

Genauso sieht es auch Reyes, die gebürtig aus Spanien kommt, Arminia aber durch Detlev und den Fanclub kennengelernt hat: “Der Club steht trotz der schweren Zeiten immer wieder auf und hat eine geniale Stimmung, egal in welcher Liga sie spielen.” Im Anschluss an das erste gemeinsame Rudelgucken steckten Detlev und Co. die Köpfe zusammen und dadurch entstand die Idee, das gemeinsame Verfolgen der Arminia-Spiele fortan regelmäßig zu veranstalten – doch dabei blieb es nicht.

In der darauffolgenden Drittliga-Saison fanden die ersten Auswärtsreisen nach Deutschland statt und mit der Zeit bildete sich ein fester Kreis von Leuten. Zu dieser Gruppe gehört seit jeher auch Santiago, der zusammen mit Los Toros Azules alle sechs bis acht Wochen die lange Reise in die SchücoArena auf sich nimmt: “Bielefeld ist ein familiärer Verein und sehr nah an den Fans, das gefällt mir.” Aber auch Auswärtsspiele des DSC stehen auf der Agenda. Durch die regelmäßigen Reisen kam Detlev Bähr gemeinsam mit Rick (Riesa), Susann (Dresden) und Björn (Berlin) im Jahr 2016 dann endgültig der Gedanke, einen Fanclub zu gründen.

Der Name des Clubs sollte das Spanische mit Bielefeld und Arminia verbinden. Weil zu Arminia Stadion(s)tier Lohmann gehört und der Stier in Spanien einen hohen symbolischen Wert hat, wurde der Name “Los Toros Azules” – die Blauen Stiere – kreiert. Die Reisen und Treffen zum Fußball blieben seit der Gründung auch den spanischen Freunden der Gruppe nicht verborgen, sodass sich seitdem der ein oder andere Spanier und sogar ein Argentinier der Gruppe anschlossen. Insgesamt 14 Mitglieder im Alter von zwei bis 52 Jahren zählt der Club derzeit. In der Zentrale des Fanclubs, der Finca Oasis de Ifre, findet an Wochenenden das Arminia-Rudelgucken statt. Hier sorgt Rick, laut Detlev ein “gefühlter Sternekoch”, für das leibliche Wohl der Gäste. Und somit trägt der DSC auch rund 2.000 Kilometer entfernt von der SchücoArena irgendwie an jedem Spieltag ein Heimspiel in Spanien aus.

Wer in Spanien wohnt und Lust hat, sich den Los Toros Azules anzuschließen oder sich auf der Durchreise befindet und sich Partien mit den Mitgliedern des Fanclubs anschauen möchte, ist herzlich eingeladen. (Informationen zu den Kontaktdaten unter fanbetreuung@arminia.de/ lippek@arminia.de)

Bitte lest diese Geschichte unter dem Hintergrund, dass das Corona-Virus  zum Zeitpunkt unseres Gespräches mit Los Toros Azules noch kein Thema der Öffentlichkeit war.