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“Zuhause kann man als Torhüter etwas weniger trainieren”

Seit einiger Zeit dürfen unsere Spieler wieder in Kleingruppen trainieren – natürlich unter Einhaltung aller relevanten Sicherheitsmaßnahmen. Unsere Torhüter mussten in der trainingsfreien Zeit viel improvisieren, lassen sich beispielsweise die Hand-Augen-Koordination oder Sprungkraft in den eigenen vier Wänden nur schwer trainieren. Dennoch ist Stefan Ortega Moreno recht schnell wieder in seine Abläufe gekommen – dabei hat ihm geholfen, dass er nahezu täglich mit Torwarttrainer Marco Kostmann im Austausch stand. Auch, wenn dieser ihn mit kleineren Videoschnipseln immer wieder etwas “ärgerte”.

“Tego”, die wichtigste Frage vorweg: Wie geht’s dir und deinen Liebsten?

Meiner Familie und mir geht es gut, vielen Dank. Meine Freundin ist mittlerweile im Home Office und bei meiner Familie arbeiten aktuell zum Glück alle noch normal weiter – das alles aber immer unter Einhaltung der wichtigen Sicherheitsmaßnahmen.

Du hast Familie in Spanien – dort sind die Menschen nochmal ganz anders betroffen von Corona als wir hier in Deutschland. Hast du direkten Kontakt und weißt, wie es den Menschen dort geht?

Direkten Kontakt nach Spanien habe ich momentan leider nicht, da der engste Kreis meiner Familie in Kassel lebt. Jedoch erzählen uns Freunde aus Barcelona am Telefon oder im Video-Chat, wie schlimm es derzeit in Spanien abläuft. Im Gegensatz dazu sind wir hier in Deutschland glücklicherweise richtig gut aufgestellt.

Wie hast du die trainingsfreie Zeit verbracht?

Zu Beginn konnte ich noch etwas Golfen, jedoch wurden auch dort alle Plätze reicht zeitig geschlossen. Wir haben vom Verein natürlich unser Programm bekommen, was ich durchgezogen habe, auch wenn mir das nicht immer ganz leicht gefallen ist (lacht). Ab und an hatte ich etwas zu kämpfen – umso froher bin ich nun, dass wir zumindest in Kleingruppen wieder trainieren können.

Wie sehen die Kleingruppen bei euch Torhütern aus?

Unsere Gruppe ist aktuell auch aufgeteilt , Oscar und “Goga” (Kiss, Anm. d. Redaktion) trainieren zusammen und ich alleine. Damit gehen wir sicher, dass falls sich jemand von uns irgendetwas einfängt, nicht gleich alle drei Torhüter ausfallen. “Orle” ist momentan ja leider noch verletzt. Wobei – für den Fall der Fälle hätten wir bestimmt mit “Cedi” (Brunner, Anm. d. Redaktion.) oder “Quaschi” (Quaschner, Anm. d. Redaktion) noch zwei gute Trümpfe in der Hinterhand (lacht). Für uns Torhüter ist es im Prinzip wie das normale Training, leider mit dem Unterschied, dass wir am Ende des Trainings nicht mit der Mannschaft zusammenkommen.

Ist dir zuhause denn schon die Decke auf den Kopf gefallen?

Wir haben schon von Anfang an versucht, Struktur in unsere Tage zu bekommen. Natürlich gibt es auch mal Tage, an denen man eine Stunde länger als üblich im Bett liegt, aber dadurch, dass meine Freundin vormittags immer ihrer Home-Office-Tätigkeit nachgeht, stehen wir in der Regel recht zeitig auf und frühstücken gemeinsam – es gibt eigentlich immer irgendwas zu tun.

Hört sich gut an.

Ja, wir haben das Beste daraus gemacht. Vor kurzem haben wir die Serie modern family auf Netflix geguckt – die empfehle ich jedem, der gerne lacht. Zudem haben wir unsere Kochkünste wieder aufblühen lassen. So haben wir uns letztens Kartoffeln mit Spargel gemacht, dazu gab es ein großes Lachsfilet, welches wir auf dem Grill in Alufolie haben garen lassen.

Nimm uns nochmal mit in die Welt der Torhüter –  war die trainingsfreie Zeit für einen Torwart anders als für einen Feldspieler?

Ich glaube schon, dass es eine andere Situation ist, wir verlieren ja nicht ganz so viel Ausdauer wie die Feldspieler. Jedoch habe ich bei den ersten Einheiten mit Marco schon etwas gebraucht, um wieder reinzukommen. Es ist vollkommen normal, dass in dieser trainingsfreien Periode die Hand-Augen-Koordination etwas nachgelassen hat.

Zumal das in den eigenen vier Wänden wahrscheinlich schwierig zu trainieren ist?

Zuhause kann man als Torhüter etwas weniger trainieren. Stabilisationsübungen sind natürlich noch machbar, aber Sprünge oder reines Reflex-Training sind da schon deutlich schwieriger.

Hattest du denn regelmäßig Kontakt mit Marco (Kostmann, Torwarttrainer, Anm. d. Redaktion)?

Ja, fast jeden Tag. Wir haben uns immer wieder ausgetauscht, wie wir mit der Situation klarkommen. Und es scheint so, als hätte Marco die Zeit genutzt, um nochmal alle Spiele zu analysieren. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass er mir immer wieder kleinere Sequenzen geschickt hat mit dem Hinweis, dass es in dieser Spielzeit bisher doch wohl mehr Fehler als gedacht gewesen sein – wahrscheinlich wollte er mich einfach nur ärgern (lacht).

Tego, worauf freust du dich am meisten, wenn wieder zur Normalität zurückgekehrt werden kann?

Eigentlich auf die Normalität an sich – Freunde besuchen, rausgehen und natürlich eine schöne Runde Golf.