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Quaschners Buchempfehlungen, Teil 2

Nachdem wir euch in den vergangenen Tagen bereits fünf Buchtipps von Nils Quaschner vorgestellt haben, kommen passend zum Welttag des Buches die fünf nächsten Schmöker-Empfehlungen unserer Nummer 18.

Bas Kast,
Der Ernährungskompass

Das Buch gefällt mir sehr gut, da es um das Thema Ernährung geht, welches mich sehr interessiert – natürlich auch berufsbedingt. Besonders gut an dem Buch finde ich, dass alles, was Kast schreibt, wissenschaftlich bestätigt wird und die Wissenschaft immer mit einbezogen wird. Er will den Leser nicht in eine Ecke drängen oder ihm suggerieren, weniger Milch zu trinken oder Fleisch zu konsumieren (als Beispiel), sondern schneidet jedes Thema, was die Ernährung angeht, an und spiegelt es dann mit wissenschaftlichen Studien. Er arbeitet die ganze Materie auf eine sehr lesenswerte und kurzweilige Art ab. Mir hat es geholfen, den Körper besser zu verstehen und und zu verstehen, welche Prozesse in einem ablaufen.

Szczepan Twardoch,
Der Boxer

Bei der Boxer von Twardoch handelt es sich um einen Roman mit geschichtlichem Hintergrund. Die Handlung spielt in den 30er Jahren –  also in der Zwischenkriegszeit – und beleuchtet die polnisch-jüdische Unterwelt. Es geht um einen Boxer, aber nicht um den Boxsport an sich. Das Buch ist interessant, klärt auf und liefert zudem eine richtig spannende Geschichte. An diesem Buch schätze ich sehr, dass es geschafft hat, eine Geschichte zu erzählen und den Leser dabei mit auf eine fesselnde Reise nimmt – es ist dabei äußert detailgetreu und nimmt viele wahre Begebenheiten auf.

James Hawes,
Die kürzeste Geschichte Deutschlands

Dieses Buch habe ich erst vor kurzem gelesen. Ich muss sagen, dass es absolut empfehlenswert ist – gerade auch für Leute, die aus dem Ausland kommen und vielleicht ein bisschen etwas über die deutsche Geschichte erfahren wollen. Gleichzeitig wird natürlich auch einiges über unsere Nachbarländer geschrieben, aber im Vordergrund steht hier die deutsche Geschichte. Es startet mit dem römischen Reich und geht dann eigentlich bis in die heutige Zeit etappenweise über. Man eignet sich tatsächlich viel Wissen an, das Buch liest sich alles andere als langweilig, da der Hawes die Fakten sehr gut auf den Punkt bringt. Klar gibt es Sachen, die schon vorher bekannt waren, aber einzelne Zusammenhänge werden im Buch super erklärt.

Helmut Schmidt,
Was ich noch sagen wollte

Dieses Buch habe ich in einem kleinen Buchladen während eines Urlaubs gekauft. Ich fand den Menschen Helmut Schmidt äußerst charismatisch und spannend, weswegen ich mich damals für den Kauf des Buches entschieden habe – es war kein Fehler, sondern eine richtige Entscheidung. Die Handlung ist sehr vielseitig und daher schwierig zusammenzufassen. Es geht u.a. um die Begegnungen, die er während seines Lebens gehabt hat, um die Menschen, die um ihn herum waren, um seine Frau, um seine Schul- und Soldatenzeit – um sehr viel also. All das fasst Schmidt spannend und lesenswert zusammen. Man lernt sehr viel – nicht nur faktisches Wissen, sondern auch, was sich im Kopf Helmut Schmidts, einem wichtigen Politiker des Landes, abspielt. Teilweise kann man gewisse Dinge auch auf sich selbst projizieren.

Karl Ove Knausgard,
Träumen

Das Buch ist Teil eines autobiografischen Projektes/Bandes. Es erzählt das Leben des Autors ab dem Studienalter. Das Buch beginnt zu dem Zeitpunkt, wo Knausgard einen Studienplatz an der Akademie für Schreibkunst bekommt. Es geht um die Jahre, in denen er zum erwachsenen Menschen wird – hierzu gehören bei ihm u.a. Alkoholexzesse oder auch seine erste Ehe, die zerbricht. Die Geschichte spielt zunächst im norwegischen Bergen. Irgendwann flieht Knausgard nach Stockholm. Auch hier ist es so, dass sich die Berichte, Erfahrungen und Gedanken Knausgards sehr gut auf das eigene Ich projizieren lassen, daher ist das Buch sehr anregend und spannend. Ich habe auch andere Bände von Knausgard gelesen, sie dann aber nicht zu Ende gelesen, da ich persönlich noch nicht in dem Alter war, in dem sich der Autor befunden hat. Träumen spielt quasi in meinem Alter, von daher hat mich das Ganze sehr berührt. Man lebt quasi das Leben eines anderen mit und hat einen super Schreibstil. Lesen und Genießen!