DSC Arminia Bielefeld -

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Erinnerungskultur des DSC Arminia Bielefeld

“Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen”, sagte einst Philosoph und Schriftsteller George Santayana. Auf den Tag genau vor 77 Jahren wurde der ehemalige Vereinspräsident des DSC Arminia Bielefeld Julius Hesse vom Bielefelder Güterbahnhof in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Wenige Monate später in das Vernichtungslager Auschwitz gebracht, wo er am 6. März 1944 ermordet wurde. Arminia Bielefeld erinnert an den ersten Retter des Vereins und wird im Laufe des Jahres wird mit verschiedenen Maßnahmen in Zusammenarbeit mit der NS-Gedenkstätte Wewelsburg an ihn und andere jüdische Vereinsmitglieder gedenken.

Seit 1933 wurden jüdische Vereinsmitglieder wie Julius Hesse, der als Präsident Arminia 1910 vor der Insolvenz rettete, ausgeschlossen. Hesse wurde 1875 in Borgholzhausen geboren und wurde 1909 als Nachfolger von Emil Schröder Vereinspräsident. Seinem juristischen und kaufmännischen Geschick war es zu verdanken, dass der damalige 1. BFC noch existierte – Hesse verhinderte die Insolvenz und schuf den “e.V.”.

Dem gebürtigen Ostwestfalen war es zu verdanken, dass “An der Pottenau” 1910 ein neuer Sportplatz gefunden werden konnte. Kurz darauf ging es sportlich bergauf, ehe der Erste Weltkrieg dafür sorgte, dass der Fußball für einige Zeit von der Bildfläche verschwand. 1914 endete die erfolgreiche Präsidentschaft Hesses.

Julius Hesse war Inhaber des “Schuh- und Sporthauses Hesse & Co.” in der Bielefelder Altstadt am alten Markt. Das Geschäft wurde im Jahre 1935 “arisiert”, sein Wohnhaus an der Beethovenstraße, unterhalb der Sparrenburg, verkaufte er im selben Jahr weit unter Wert. Etwa in dieser Zeit konnte ein Suizidversuch des Ehepaars Hesse verhindert werden. Die drei Töchter schafften die Flucht ins Ausland. Noch heute liegen im Gehwegpflaster – vor dem ehemaligen Schuh- und Sportladen Hessens – zwei Stolpersteine, für die die Fan-AG des DSC die Patenschaft übernommen hat.

Die Unterstützung einer Kultur der Vielfalt, die die Stärken der Heterogenität der Menschen aufgreift, um so das Zusammenleben auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen zu bereichern, ist ein zentrales Anliegen des DSC Arminia Bielefeld.

So groß die Bedeutung des Fußballs für die Gesellschaft ist, so sehr wird er diese Bedeutung nur beibehalten, wenn er in der Lage bleibt, auf gesellschaftliche Veränderungen und Herausforderungen zu reagieren, aber auch an Vergangenes zu erinnern. Arminia Bielefeld steht dafür ein, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und Menschen zu verbinden. Ein soziales Miteinander sollte klassischen humanistischen Prinzipien folgen, in denen Komponenten wie Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung mit- und untereinander als unabdingbar gelten. Die Geschichte hat uns gelehrt: Menschen dürfen in Deutschland nie wieder wegen ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Das sind wir den Opfern, den Überlebenden von Auschwitz, uns selbst und Europa schuldig.