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Arminis erobern den Teutoburger Wald!

Mit Arminia-Trikot, Astscheren und Lederhandschuhen ausgerüstet trafen sich die Arminis im Bielefelder Stadtwald. Oberhalb des Tierparks Olderdissen halfen die DSC-Fans bei der Baumpflege und unterstützten so aktiv die Aufforstung unseres Teutoburger Walds.

Unter dem Motto „(D)Ein Baum für den Teutoburger Wald“ hatte der DSC Arminia Bielefeld in der Aufstiegssaison 19/20 zur Baumpflanz-Aktion im heimischen Wald aufgerufen. Tausende DSC-Fans waren dem Aufruf gefolgt und hatten für die Aufforstung des Teutoburger Waldes gespendet. So konnten im Dezember 2019 18.500 Bäume gepflanzt werden. Einige junge Buchen und Weißtannen sprießen seitdem auf der Lichtung oberhalb des Tierparks Olderdissen. Damit diese jedoch weiterhin Licht und Platz zum Wachsen haben, müssen die umliegenden Pflanzen, wie Brombeeren und Brennnesseln, regelmäßig zurückgeschnitten werden. Die Arminis hatten sich samt Eltern freiwillig gemeldet, die kleinen Bäume in ihrem Wachstum zu unterstützen.

Angeleitet wurden sie dabei von Förster Thomas Busche, der zudem viele spannende Infos zu Aufforstung und Naturschutz parat hatte. Er berichtete, dass die klimatischen Veränderungen mit extrem heißen und trockenen Sommern dem Wald schwer zugesetzt haben. Bei einem schweren Sturm 2018 waren zudem oberhalb des Tierparks viele Bäume umgestürzt. In den trockenen, umgestürzten Bäumen konnte sich der Borkenkäfer rasant vermehren und hat auch viele der umliegenden Bäume befallen. Was für einen Schaden der winzige Käfer anrichtet, konnte Thomas Busche den Kindern an einem Stück Rinde veranschaulichen. Hier hatten sich die Käfer unzählige Gänge gefressen und somit die benötigte Wasserversorgung der Bäume unterbrochen. So trockneten die ohnehin schon trockenen Bäume weiter aus und werden in den nächsten Monaten vermutlich ebenfalls absterben und die baumfreie Fläche noch vergrößern.

Zusätzlich gibt es regelmäßig geplante Baumfällungen zur Holzgewinnung und auch diese sollen durch Neupflanzungen ersetzt werden. Denn Holz ist ein unverzichtbarer Rohstoff, der zum Beispiel zur Möbel- und Papierproduktion genutzt wird. Mit der Aufforstung wird also nicht nur der deutsche Waldbestand erhalten, sondern auch die Holzproduktion aufrecht gehalten. Auch dies ist Teil des Klimaschutzes, wie Thomas Busche erklärte. Denn wenn heimisches Holz genutzt wird, sind die Transportwege kurz und es entstehen weniger schädliche Abgase. Zudem hat die deutsche Forstwirtschaft sehr strenge Richtlinien, um dem Umweltschutz gerecht zu werden. So werden z.B. keine großen, zusammenhängenden Flächen gerodet, sondern nur vereinzelt Bäume gefällt.

Eine weitere Gefahr der großen Trockenheit sind Waldbrände, wie es sie zuletzt auch im Teutoburger Wald gegeben hat. Diese konnten bisher zwar immer schnell gelöscht werden, aber Thomas Busche machte noch einmal deutlich, wie bedrohlich so ein Waldbrand ist und dass deshalb von März bis Oktober Rauchverbot im Wald herrscht. Die Arminis-Familien fanden den Sommer 2020 so gar nicht trocken und waren sich einig, dass es für ihr empfinden in den letzten Wochen genug geregnet hatte. Die Wassermenge sei aber nicht annähernd ausreichend gewesen, um den Boden nachhaltig zu durchfeuchten und Wasserreserven aufzufüllen, wusste Thomas Busche zu berichten. „Für die oberflächliche Vegetation war der Regen gut“ sagte er. „Aber um die tieferen Schichten zu erreichen, aus der die Bäume ihr Wasser ziehen, dafür müsste es den Rest des Jahres durchregnen. So ein schöner, stetiger Landregen, den kann der Boden nach und nach aufnehmen. Bei starken Gewittern regnet es dagegen zu viel auf einmal, das kann die Erde so schnell nicht speichern.“

Der Förster zeigte den Arminis, dass auch Waldtiere, wie Hase und Reh an den jungen Bäumen interessiert sind. Sie knabbern mit Vorliebe die frischen Knospen der Schösslinge. Daran gehen die jungen Bäume meist nicht gleich ein, aber ihr Wachstum wir deutlich gebremst. Um die neuen Bäume vor diesem Verbiss zu schützen, wird ähnlich viel Aufwand betrieben wie beim regelmäßigen Rückschnitt der Begleitvegetation. Hier konnten die DSC-Fans ihren Beitrag leisten und eine Arminis-Familie bekundete: „Wir müssen mindesten 14 Bäume freilegen!“ Diese Anzahl hatten sie dem Teutoburger Wald gespendet und fühlten sich damit auch mitverantwortlich. Mit Hilfe der anderen Arminis-Familien schafften sie eine ganze Menge mehr. Noch wichtiger war an diesem Vormittag jedoch der Einblick in Aufforstung, Holznutzung und Umweltschutz und wie diese Bereiche zusammenhängen. Mit diesem gewonnenen Verständnis gehen die Arminis sicherlich mit einem neuen Blick durch unseren Teutoburger Wald und verstehen, wie schützenswert dieser ist!