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Schipplock macht die Hundert voll

Dass die 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg auch eine schöne DSC-Anekdote zu erzählen hatte, lag an Sven Schipplock, der in der Volkswagen Arena nach seiner Einwechslung für ordentlich Alarm sorgte. So wunderte es nicht, dass der 31-Jährige wenige Minuten nach seiner Einwechslung gleich ins Schwarze traf. Und durch sein Wirken Geschichte schrieb.

Um kurz nach 17 Uhr machte DSC-Angreifer Sven Schipplock das, was er in den ersten vier Bundesliga-Spielen der Saison auch schon machte – er betrat als Einwechselspieler das Spielfeld. Durch die Einwechslung wurde unsere Nummer 36 in seinem 154. Bundesliga-Spiel zum insgesamt 100. Mal eingewechselt, Bundesliga-Rekord! So wenige Partien brauchte noch kein Bundesliga-Akteur, um diese Marke zu erreichen.

Dass das DSC-Spiel mit der Einwechslung “Schippos” auch nochmal ordentlich angekurbelt wurde, soll keineswegs unerwähnt bleiben. Durch permanentes Anlaufen, einer weiteren Anspielstation im Sechzehner sowie einer Systemumstellung bekam die Neuhaus-Elf mit zunehmender Spielzeit und der Einwechslung Schipplocks mehr Zugriff auf den Gegner. Wie wichtig Schipplock als Einwechselspieler sein kann, wurde nicht nur durch seine Leistung in Wolfsburg, sondern bereits im Laufe der vergangenen Saison deutlich: Vielen schießt an dieser Stelle bestimmt zu allererst der Treffer “Schippos” in Kiel in den Kopf, aber auch in den Partien gegen Wehen Wiesbaden (1:0) oder Dresden (4:0) half Schipplock, die so wichtigen drei Punkte einzufahren. Durch direkte Torbeteiligungen, durch “Stressen” des Gegners und durch den Willen, unbedingt gewinnen zu wollen.

Und genau diese Eigenschaften zeigte Schipplock auch nach seiner Einwechslung in Wolfsburg – so brauchte der Angreifer keine fünf Minuten, um mit seinem Treffer nochmal für mächtig Spannung zu sorgen: “Mit dem Tor kam natürlich nochmal die Hoffnung auf, dass wir irgendwie doch einen Punkt mitnehmen und einer durchrutscht”, gab Schipplock nach Abpfiff zu Protokoll. Und an besagtem Tor hatte der 31-Jährige einen Bären-, ja sogar den entscheidenden Anteil.

Von Ritsu Doan schön freigespielt, kam Schipplock in der 81. Minute auf Höhe des Elfmeterpunktes an den Ball, fackelte nicht lang und traf mit seinem Flachschuss ins lange Eck zum 1:2-Anschlusstreffer: “Das hat dem Spiel natürlich gut getan und der Mannschaft den Glauben gegeben, noch einen Punkt mitzunehmen. Leider hatten wir am Ende nicht das Quäntchen Glück, welches man in solchen Situationen braucht.”

Ein bisschen Glück wird der DSC wohl auch im kommenden Heimspiel gegen Borussia Dortmund brauchen (Samstag, 31. Oktober, 15:30 Uhr). “Schippo” – wie er von seinen Teamkollegen genannt wird – hat in seiner abwechslungsreichen Karriere bereits zweimal gegen die Borussen getroffen und hätte sicherlich nichts gegen einen weiteren Treffer: “Das Tor gegen Wolfsburg tut unheimlich gut. Als Einwechselspieler versuche ich immer, der Mannschaft zu helfen und sie nach vorne zu bringen. Nach so einer langen Zeit wieder in der Bundesliga getroffen zu haben, gibt mir Aufwind.”

Mit dieser langen Zeit meint Schipplock die 1.254 Tage, die zwischen seinem letzten Bundesligatreffer und dem Tor in Wolfsburg lagen. Apropos: Wolfsburg war im Jahr 2010 auch der erste Gegner, gegen den Schipplock eingewechselt wurde. Ob Dortmund am Wochenende der 101. Gegner sein wird, bleibt abzuwarten. Nicht mehr warten muss “Schippo”, wie erwähnt, auf seinen ersten Bundesliga-Treffer seit Jahren – dann kann er ja gegen Dortmund eigentlich da weitermachen, wo er gegen Wolfsburg aufgehört hat. Weiter den Gegner stressen und weiter an Torbeteiligungen arbeiten. Und damit auch weiter an seiner eigenen Geschichte schreiben.