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„Wir machen das Beste draus“

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ruht der Nachwuchsfußball seit Anfang November in allen Altersklassen. Auch wenn es nahezu dieselbe Situation vor einigen Monaten bereits einmal gegeben hat, so stellt sie alle Beteiligten – Trainer, Spieler, Verantwortliche, Eltern – doch wieder aufs Neue vor jede Menge Herausforderungen. Davon ein Lied singen kann Finn Holsing, der bei Arminia die AKADEMINIA leitet. Im Gespräch mit der HALBVIER erzählt Finn u.a. wie die Motivation trotz Pause in den Mannschaften hochgehalten werden soll, welche Unterschiede innerhalb der Mannschaften bestehen und wie der Austausch zu anderen Vereinen ist.

Hallo, Finn! Jetzt, wo der Spielbetrieb für den Juniorenfußball zum Erliegen gekommen ist, eine Frage vorweg: Wie ist die Stimmung innerhalb der Mannschaften derzeit?

Die Enttäuschung war schon groß, als wir den Trainings- und Spielbetrieb wieder einstellen mussten. Alle waren gerade mitten in der Saison und voller Energie. Aber jetzt machen wir das Beste draus und alle haben sich mit der Situation arrangiert.

Durch die Kontaktbeschränkungen fallen große Treffen neuerdings weg. Halten die Jungs trotzdem noch den Kontakt?

Wir machen natürlich regelmäßige Online-Meetings mit den Jungs, damit der Kontakt nicht verloren geht. Das ist wichtig – für die Jungs, aber auch für die Trainerteams.

Glaubt ihr, dass die Mannschaften die derzeitige Situation eher zusammenschweißt oder – aufgrund des mangelnden Kontaktes – eher auseinanderbringt?

(Überlegt) Das ist schwer zu sagen. Allerdings sind die Jungs es aus dem Frühjahr ja schon gewohnt, eine Zeit lang nicht direkt miteinander in Kontakt zu stehen. Heutzutage sind wir über die digitalen Medien wie WhatsApp und Co. ja eh gut miteinander vernetzt und können uns untereinander austauschen.

Gibt es – insbesondere in den höheren Altersklassen – spezielle, individuelle Trainingspläne?

Ja, unsere Spieler haben alle Hausaufgabenpläne bekommen – mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Zum Teil athletische, zum Teil fußballtechnische. Wir machen in einigen Altersklassen aber auch Online-Meetings zum Thema Spielanalyse, sodass auch die taktische Komponente mit einfließt.

Ist eine Planung für die nächsten Monate im Moment überhaupt möglich? Wenn ja, wie sieht diese aus?

Bisher ist das kaum machbar. Wir alle warten auf konkrete Maßnahmen, wie und wann der Trainings- und Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Bis dahin müssen wir geduldig und für alle Fälle vorbereitet sein.

Eine ungewisse Zukunft also.

Es geht natürlich schon darum, die Motivation hoch zu halten. Aber alle nehmen es so an, wie es ist und jammern nicht. Wir bleiben positiv und hoffen, dass wir bald wieder gegen den Ball treten können.

Du hast eben schon den Kontakt über WhatsApp und Co. angesprochen. Finden im Rahmen der Mannschaften anderweitige Termine statt, in denen es vielleicht nicht nur um Fußball geht?

Ja, es gibt regelmäßige Zoom-Calls und auch Cybertrainings mit den Teams. Teilweise machen wir Workshops zu verschiedenen Themen, die sich mit Prävention oder Persönlichkeitsbildung befassen.

Virtuelle Gespräche sind uns allen mittlerweile ja bestens bekannt, die aktuelle Situation aber ebenso aus dem Frühjahr: Empfindet ihr/die Spieler die derzeitige Situation denn anders als den ersten Lockdown im März/April?

Man kann jetzt die Erfahrungen aus dem Frühjahr mit einfließen lassen. Das hilft durchaus beim Bewältigen der Situation. Aber der Unterschied ist natürlich, dass die Jungs jetzt anders belastet sind im Alltag, da sie wieder normal Schule haben. Das war im Frühjahr nicht der Fall, sodass es bei dem ein oder anderen schon belastender ist.

Liegen denn bereits Pläne für neue Hygienekonzepte vor, die den Spielbetrieb in den U-Mannschaften wieder freigeben könnten?

Die erstellten Hygienekonzepte sind, so glaube ich, sehr gut und umfangreich. Sie sind natürlich auf dem Stand der letzten behördlichen Vorgaben. Sobald wir wissen, wann wir wieder auf den Platz dürfen, werden dazu wahrscheinlich auch Bedingungen verkündet, die wir dann wieder neu einarbeiten müssten.

Der Betrieb kann natürlich nur wieder aufgenommen werden, wenn alle Vereine der jeweiligen Ligen Hand in Hand arbeiten. Besteht Kontakt zu den anderen Mannschaften?

Wir haben auf verschiedenen Ebenen Kontakt zu anderen Vereinen. Man tauscht sich schon aus, was andere machen. Nicht nur mit Vereinen aus den Ligen, sondern auch mit allen anderen Leistungszentren oder auch Partnervereinen.

Der Austausch innerhalb des Vereins ist jedoch auch enorm wichtig. Gehen die verschiedenen Mannschaften denn jeweils anders mit der aktuellen Lage um? Gibt es zum Beispiel Unterschiede zwischen dem U19- und dem U10-Team?

Ich denke, dass die Sorgen und Bedenken variieren. Bei den einen geht es vielleicht schon um die Zukunftsplanung in der kommenden Saison, während bei den anderen eher der kurzfristige Wegfall von Trainingsmöglichkeiten und der Möglichkeit sich zu verbessern im Vordergrund steht.

Eine abschließende Frage: Fühlt ihr euch für die kommenden Monate gewappnet? Seid ihr gut vorbereitet auf die ungewisse Zeit, die noch bevorsteht?

Das hoffen wir. Wir wollen die Zeit auch nutzen, um intern das ein oder andere Projekt abzuschließen, kreative neue Ideen zu sammeln oder um uns fortzubilden. So wollen wir uns für die kommenden Monate bestmöglich vorbereiten, um bereit zu sein, wenn es wieder los geht.

Viel Erfolg dafür, Finn!