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Traditionsschnack: “Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey”

In den 80er Jahren finden zwischen uns und der SGE mehrere interessante und spannende Spiele statt. Eins davon ist ganz sicher in die Geschichtsbücher der Bundesliga eingegangen. Nicht wegen des Ergebnisses, eines Zuschauerrekordes oder Wetterkapriolen, sondern, weil wir unsere Trikots für das Gastspiel in Frankfurt vergessen und im Heimdress der SGE spielen. Kein Wunder, dass Frankfurt die Partie durch einen Doppelschlag Bum-Kun Chas gewinnt. Die andere Partie findet an einem Mittwochabend im September 1982 statt. 28.000 Zuschauer sind zu Gast auf der Bielefelder Alm und sehen den Tabellenführer der Bundesliga siegen – den Tabellenführer der Bundesliga? Der Traditionsschnack zur Partie gegen Eintracht Frankfurt.

Gregor Grillemeier wird 1959 in Duisburg geboren, ist ein kleiner wendiger Stürmer und kommt in der Saison 1982/1983 mit der Empfehlung von 17 Zweitligatoren bei Rot-Weiss Essen zum DSC. Das, was Grillemeier dann in den ersten Spielen im neuen Dress gelingt, kann getrost als gelungener Einstand bezeichnet werden.

Am ersten Spieltag bestreiten wir ein Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen und können mit etwas Glück 1:0 gewinnen. Leverkusen verschießt einen Elfmeter, hat etwas mehr vom Spiel, aber das ist uns nach Abpfiff egal. Der Siegtorschütze? Gregor Grillemeier. Ein paar Tage später geht es unter der Woche zuhause gegen Eintracht Braunschweig – 22.000 Zuschauer pilgern auf die Alm und sehen uns abermals siegen (2:0). Den Torreigen eröffnet – natürlich – Gregor Grillemeier. Ewald Lienen macht mit dem zweiten Treffer des Tages in der 56. Minute alles klar, sodass wir unter der Leitung von Cheftrainer Horst Köppel nach zwei Spieltagen die makellose Bilanz von 4:0 Punkten haben und dadurch erstmalig in der Vereinshistorie Tabellenführer der Fußball-Bundesliga sind.

Als solcher empfangen wir am 01. September 1982 die Eintracht aus Frankfurt. Die Adler reisen mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein an, schließlich gelingt ihnen in der Vorwoche ein 5:0-Heimsieg über Bayer Leverkusen. Und als Favorit in ein Spiel gehen, nur weil wir mal an der Tabellenspitze stehen, ist auch nicht so richtig unser Ding. Sei’s drum.

Nach 24 Minuten gehen wir mit 1:0 in Führung – 28.000 begeisterte Bielefelder freuen sich über ein weiteres Tor von Gregor Grillemeier. Da DSC-Angreifer Horst Wohlers mit dem 2:1 in der 67. Minute noch die richtige Antwort auf Frankfurts zwischenzeitlichen Ausgleich hat, können wir auch das dritte Bundesligaspiel in Folge gewinnen und den Platz an der Sonne verteidigen. Da die “Verfolger” erstmals straucheln, sind wir nach drei Spieltagen die einzige Mannschaft ohne Punktverlust.

Dass es so natürlich nicht ewig weitergehen würde, ist jedem bei Arminia bewusst. Am vierten Spieltach lassen wir dann tatsächlich auch erstmals federn und spielen “nur” 1:1 beim VfL Bochum. Auf Grillemeier ist dennoch Verlass. Der 172cm große Stürmer erzielt im zweiten Abschnitt den Ausgleich und trifft dadurch auch das vierte Bundesliga-Spiel in Folge! Aufgrund des nun schlechteren Torverhältnisses finden wir uns nach dem Spiel erstmals nicht mehr an der Tabellenspitze wieder. Mit der 2:4-Niederlage am fünften Spieltach – Grillemeier bleibt erstmals in der Saison torlos – gegen den FC Bayern München verabschieden wir uns aus der Spitzengruppe.

Am Ende der Saison steht ein toller achter Platz zu Buche. Bis heute die beste Endplatzierung in der Bundesliga, die wir je erreicht haben. Und eine Saison, an die sicherlich auch Gregor Grillemeier gerne zurückdenkt. Spitzenreiter der Bundesliga ist man nämlich nicht alle Tage.

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