DSC Arminia Bielefeld -

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So., 19.08.2018 15:30 Uhr

1.FC Lok Stendal(0)
DSC Arminia Bielefeld (1)

GegnerinfosPK-BerichtBerichterstattungSpielberichtStimmenDaten

Erfahrene Abstiegskämpfer aus der Oberliga

Der 1. FC Lok Stendal geht in dieser Saison nun in seine zweite Spielzeit hintereinander in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse, der NOFV-Oberliga Nord.

Nach insgesamt 14 Jahren in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt gelang den Stendalern in der Saison 2016/2017 die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Oberliga. In der vergangenen Spielzeit trat die Mannschaft von Trainer Sven Körner noch in der NOFV-Oberliga Süd an und hielt durch ein 2:2-Unentschieden am letzten Spieltag gegen Bischofswerdaer die Klasse. Für die beiden punktgleichen Konkurrenten aus Barleben und Jena bedeutete dies den Abstieg, wobei Stendal und Barleben lediglich ein Tor in der Endabrechnung trennte. Der Saisonstart in dieser Spielzeit deutet darauf hin, dass es erneut eine schwierige Aufgabe werden könnte, die Klasse zu halten. Nach zwei Spieltagen und zwei Niederlagen steht Stendal zur Zeit auf einem direkten Abstiegsplatz.

Doch dass der Pokal manchmal seine eigenen Gesetze hat, weiß man auch in Stendal nur allzu gut. In der DFB-Pokal-Saison 1995/1996 erreichten die Stendaler, damals noch unter dem alten Vereinsnamen FSV Lok Altmark Stendal, als damaliger Regionalligist sensationell das Viertelfinale. Damals schalteten sie den VfL Wolfsburg, Hertha BSC und Waldhof Mannheim aus, ehe sie in einem spannenden Viertelfinale gegen Bayer Leverkusen im Elfmeterschießen ausschieden. In diesem Jahr ist der dreimalige Gewinner des Sachsen-Anhalt-Pokals (1992, 1995 und 1996) wieder dabei, obwohl sie das Pokalfinale in der vergangenen Saison mit 0:1 gegen den 1.FC Magdeburg verloren. Da die Magdeburger aufgrund ihres Aufstiegs in die zweite Liga in dieser Spielzeit im DFB-Pokal gesetzt sind, rückte Stendal als Zweitplatzierter des Verbandspokals nach.

Seine Heimspiele trägt Lok Stendal im “Stadion am Hölzchen” aus, welches 2005 neu gebaut wurde und für die DFP-Pokal Partie gegen die Ostwestfalen 3.040 Zuschauer (davon 1.020 Gäste) fasst. Den höchsten Zuschauerandrang erlebte das “Stadion am Hölzchen” noch in seinem alten Gewand: In einer DDR Zweitligapartie im Jahr 1970 zwischen Lokomotive Stendal und dem 1. FC Union Berlin kamen rund 14.000 Zuschauer. Zwar werden gegen die Bielefelder nicht so viele Zuschauer kommen, wie einst gegen Union Berlin – und auch von der Regionalliga, wie noch bei der erfolgreichen DFB-Pokalteilnahme 1995/1996, sind die Sachsen-Anhalter derzeit ein gutes Stück entfernt, dennoch wird man in Stendal erneut auf ein großes Spiel und eine Pokalsensation hoffen.

“Wir sind gut vorbereitet”

Vor dem DFB-Pokalspiel am Sonntag in Stendal sprachen Jeff Saibene und Sven Schipplock auf der heutigen Pressekonferenz mit den anwesenden Medienvertretern.

Personell sieht es bei Arminia zur Zeit wie folgt aus: Cedric Brunner wird aufgrund seines Meniskusrisses aus dem Dresden-Spiel vorerst fehlen und Nils Quaschner befindet sich weiterhin im Aufbautraining. Leandro Putaro wird auch in Stendal fehlen, da er sich zur Zeit in Verhandlungen mit einem anderen Verein befindet. Ansonsten kann Jeff Saibene auf alle Spieler zurückgreifen.

Daraus, dass er angesichts des sehr ausgeglichenen Kaders auf jeden Fall in Stendal rotieren wird, machte der 49-jährige kein Geheimnis: “Es kann durchaus sein, dass es zu sieben bis acht Wechseln kommt.” Eine Erklärung dafür hatte der Bielefelder Trainer auch direkt parat: “Wir können nicht immer von einem ausgeglichenen Kader sprechen und dann nie wechseln. Wir haben 18, 19 Spieler auf absoluter Augenhöhe im Kader. Alle Spieler, die Sonntag spielen, sind Spieler, die auch in der Liga schon hätten spielen können.” Auch den Ausfall von Brunner könne man in Stendal gut kompensieren, versicherte der Luxemburger: “Wir haben mit Özkan, Weihrauch und auch Tom Schütz drei Spieler, die diese Position spielen können. Zur Zeit überlegen wir aber noch, wer dort am Sonntag spielen wird.” Eine Startelfgarantie in Stendal erhielt hingegen Stürmer Sven Schipplock. “Schippo wird spielen. Er nimmt seine Rolle hier sehr gut an und auch nach seiner Einwechslung am Wochenende hat er mir gut gefallen. Er arbeitet unglaublich viel, auch für die Defensive, und ist ein absoluter Teamplayer.”

“Ich freue mich spielen zu dürfen und wieder auf dem Platz zu stehen. Natürlich will man auf sich aufmerksam machen, wenn man die Chance dazu bekommt”, zeigte sich der Angreifer angriffsfreudig. Generell sei er aber mit seiner aktuellen Situation nicht unzufrieden, betonte der 29-jährige: “Klar hätte ich mir gewünscht mehr zu spielen, aber ich weiß auch, dass es nur an mir liegt. Ich hatte letztes Jahr keine einfache Situation und konnte auch dadurch in der Vorbereitung nicht immer die Leistung bringen, die vielleicht von mir erwartet wurde. Aber ich kann das gut einschätzen und es ist absolut in Ordnung so, wie es bisher gelaufen ist.”

Die Tücken eines Pokalspiels gegen einen unterklassigen Gegner kennt der Stürmer bestens: “Ich habe im Pokal schon viel erlebt und bin auch schon dreimal in der ersten Runde gescheitert. Man muss volle Leistung und Konzentration an den Tag legen.” Auch Jeff Saibene warnte vor der Aufgabe am Sonntag: “Es ist sehr wichtig, dass wir es ernst nehmen. Deshalb haben wir uns auch genauso eingestellt, wie wir es bei einem Ligaspiel auch machen würden!” Cheftrainer und Stürmer waren allerdings optimistisch gestimmt, was die Vorbereitung der Mannschaft angeht. “Wir sind gut vorbereitet, fokussiert und wissen, dass wir an unsere Leistungsgrenze gehen müssen”, so Schipplock.

Weitere Aussagen von Saibene und Schipplock gibt es im Arminia-Podcast von Radio Bielefeld.

Auf ArminiaClubTV äußert sich zudem Patrick Weihrauch zum ersten DFB-Pokal Spiel der Saison:

Berichterstattung Stendal – DSC

Wo kann ich Arminia unterwegs live verfolgen? Wann und wo sehe ich die Highlights des Spiels? Hier gibt es einen Überblick zur Berichterstattung gegen Lok Stendal.

Wer keine Chance hat, sich ein Ticket zu kaufen, um am Samstag um 15:30 Uhr das Spiel gegen Lok Stendal live im “Stadion am Hölzchen” zu verfolgen, dem seien folgende Alternativen empfohlen:

  • In unserer Arminia-App bieten wir euch einen ausführlichen Liveticker inkl. interessanter Statistiken an!
  • Auf unserem Twitter-Kanal halten wir euch immer auf dem Laufenden.
  • Per ASC-Audio-Livestream werden alle Heim und Auswärts-Pflichtspiele übertragen.
  • Radio Bielefeld berichtet ebenfalls von der Begegnung. Reporter Ulrich Zwetz ist 90 Minuten vor Ort und meldet sich mehrmals live aus dem “Stadion am Hölzchen”.
  • Sky zeigt das Spiel live und in der Konferenz.

Ihr wart beim entscheidenden Tor noch in der Schlange vor der Bratwurstbude oder ihr habt die Rudelbildung samt roter Karte dank eurer drückenden Blase verpasst? Hier findet ihr nach Schlusspfiff Bewegtbilder von der Partie:

  • Sky, “Alle Spiele, alle Tore”, nach Spielende (Sonntag)
  • ARD, “Sportschau”, 18:00 Uhr bis 19:29 Uhr (Sonntag)

Arminia setzt sich in Stendal durch

Dank der Treffer von Prince Osei Owusu (2), Sven Schipplock (2) und Tom Schütz gewinnt der DSC mit 5:0 beim 1. FC Lok Stendal und zieht damit souverän in die zweite Runde des DFB-Pokals ein.

DSC-Cheftrainer Jeff Saibene wechselte im Gegensatz zum Liga-Heimspiel gegen Dynamo Dresden auf gleich acht Positionen – so gaben unter anderem Max Christiansen, Prince Osei Owusu, Sven Schipplock und Phlipp Klewin ihr Pflichtspieldebüt von Beginn an für die Schwarz-Weiß-Blauen. Das Spiel im altehrwürdigen “Hölzchen” gegen den 1. FC Lok Stendal startete aus Sicht der Blauen vielversprechend. Arminia zeigte dem Zweiten des Sachsen-Anhalt-Pokals gleich von Beginn an, dass man den Gegner und das Spiel nicht unterschätzte und holte sich durch Ballbesitz schnell die Spielkontrolle. Stendal hingegen stand sehr tief und versuchte durch schnelles Umschalten in die Spitze den Arminen gefährlich zu werden.

In der achten Minute konnte sich DSC-Stürmer Owusu per Doppelpass mit Sven Schipplock vor das Tor kombinieren, setzte seinen Abschluss aber etwas über das Tor. Keine zwei Minuten macht es der quirlige Neuzugang dann aber besser – nach einer Ecke von Tom Schütz verlängerte Kapitän Julian Börner auf Schipplock, der vor dem Stendaler Tor querlegte und Owusu fand. Dieser brauchte aus wenigen Metern nur einschieben – 1:0 (10.). Das frühe Tor brachte den Ostwestfalen natürlich Auftrieb. Nach einem Ballgewinn Max Christiansens schaltete der DSC schnell um und setzte Owusu abermals durch Tom Schütz in Szene, der jedoch neben das Tor köpfte (13.). In der 21. Minute konnte Arminia seinen nächsten guten Torabschluss verzeichnen, während die Sachsen bis zu der Zeit weiterhin auf die erste Chance warten mussten. Tom Schütz zirkelte einen Freistoß gefährlich vor das Tor und fand Schipplock in der Mitte – Stendals Torwart Lukas Kycek machte sich jedoch ganz lang und verhinderte den zweiten Gegentreffer des Tages. Kurze Zeit später kam dann auch die Oberligamannschaft aus Stendal das erste Mal vor das von Philipp Klewin gehütete Bielefelder Gehäuse. Nach einem beherzten Solo des jungen Maurice Schmidt kam dieser knapp 16 Meter vor dem Tor zum Abschluss, der jedoch zur Ecke geklärt werden konnte (23).

In der 28. Minute versuchte es Schütz per Freistoß aus gut 20 Metern, verzog aber knapp. In der darauffolgenden Situation hatten die Schwarz-Weiß-Blauen etwas Glück als Schiedsrichter Christian Dietz einen vielversprechenden Angriff der Stendaler in letzter Sekunde wegen eines Offensivfouls abpfiff. Der Club aus Sachsen hatte nun seine beste Phase und kam in der 39. Minute dem Ausgleichstreffer am nähesten, doch der Schuss von Buschke ging ein paar Meter am Tor vorbei, nachdem sich der Angreifer vorher im Eins-gegen-Eins gegen Börner ein wenig Platz verschafft hatte. Wenige Momente vor der Halbzeit hatten die zahlreich mitgereisten DSC-Fans den Torschrei bereits auf den Lippen, doch dieser verstummte recht schnell, da Schiedsrichter Dietz ein Tor der Blauen aufgrund eines vermeintlichen Offensivfouls Börners nicht anerkannte. Da dies die letzte Szene einer souveränen DSC-Halbzeit war, blieb es zur Pause beim hochverdienten 1:0 für die Ostwestfalen.

Ohne Veränderungen auf beiden Seiten ging es bei prächtigem Sommerwetter weiter. Das Bild sollte sich nicht ändern – die Stendaler standen weiter tief und lauerten auf ihre Situationen, während Arminia den Ball weiterhin gut in den eigenen Reihen hielt und auf den richtigen Moment wartete. Nach 50 Minuten hätte Schipplock beinahe seinen ersten Pflichtspieltreffer des DSC feiern können, doch sein wuchtiger Kopfball nach Flanke von Roberto Massimo klatschte nur an die Latte. Die Chancen auf Seiten der Bielefelder häuften sich nun. So hätte Patrick Weihrauch in der 53. Minute fast das 2:0 geschossen, sein Schuss aus spitzem Winkel landete allerdings nur am Pfosten des Stendaler Tores. Kurz darauf war für Weihrauch Schluss, er wurde durch Keanu Staude ersetzt. Der erlösende und hochverdiente zweite Treffer fiel dann in der 61. Spielminute. Nach schöner Vorarbeit Roberto Massimos, dessen Schuss Kycek noch parieren konnte, landete der Ball bei Owusu, der per Direktabnahme zum 2:0 für die Blauen traf.

Es sollte eine Art Dosenöffner  sein – keine drei Minuten später konnte Schipplock schließlich seinen ersten wichtigen Treffer im DSC-Dress feiern. Und wieder war es Massimo, der das Tor einleitete. Der junge Mittelfeldspieler setzte sich stark im Mittelfeld durch und versuchte es per Schuss selbst. Den Schuss konnte Kycek nur klatschen lassen, sodass Schipplock locker zum 3:0 abstauben konnte (64.). Auch der emsige Schütz konnte sich kurz darauf in die Torschützenliste eintragen. Nach einem an Owusu verursachten Foulelfmeter scheiterte Schütz im ersten Versuch, doch der Nachschuss saß – 4:0 aus Sicht der Blauen (66.). Drei Minuten später zeigte der Schiedsrichter wieder auf den Punkt, Staude war im Strafraum Stendals per Foul gestoppt worden. Dieses Mal trat Schipplock an und verwandelte sicher, sein zweiter Treffer des Tages sorgte für das zwischenzeitliche 5:0. Da Klos‘ Tor in der 88. Minute ein Offensivfoul vorausgegangen war, verweigerte der Schiedsrichter den Treffer, der das halbe Dutzend vollgemacht hätte – so blieb es beim souveränen und nie gefährdeten 5:0-Auswärtssieg des DSC. Somit steht Arminia in der zweiten DFB-Pokalrunde, die am 26. August ausgelost wird.

Stimmen zum Spiel

Wir sind früh in Führung gegangen, haben es dann aber ein wenig schleifen lassen. Wir haben uns für die zweite Halbzeit Besserung vorgenommen und uns dann auch verdient durchgesetzt. Natürlich freue ich mich über meine Tore und versuche mich jetzt im Training weiter anzubieten. Wir haben vier starke Stürmer und der Trainer entscheidet, wer spielt.

Prince Osei Owusu

Man darf solche Spiele nicht unterschätzen, das hat man heute an den Ergebnissen auf den anderen Plätzen wieder gesehen. Die frühe Führung war wichtig – als der Gegner dann investieren musste, konnten wir den Sack zumachen.

Samir Arabi

Ich möchte mich im Namen von Arminia für die tolle Betreuung, für den großen Aufwand vor Ort und den netten Empfang der Stendaler bedanken. Zum Spiel: Nach dem 1:0 haben wir es etwas schleifen lassen, aber in der zweiten Halbzeit haben wir uns gesteigert und sind am Ende auch verdient weitergekommen.

Jeff Saibene

1.FC Lok Stendal:
Kycek – Kühn, Mahrhold, Werner, Schaarschmidt, Groß – Krüger, Schubert (76. Hey), Erdmann (64. Gödecke), Schmidt (69. Breda) – Buschke.

DSC Arminia Bielefeld:
Klewin – Schütz, Börner, Salger, Hartherz – Massimo, Prietl (73. Seufert), Christiansen, Weihrauch (57. Staude) – Schipplock, Owusu (76. Klos).

Tore:
0:1 (11.) Owusu, 0:2 (61.) Owusu, 0:3 (64.) Schipplock, 0:4 (66.) Schütz, 0:5 (69.) Schipplock.

Besonderes Vorkommnis:
Kycek pariert Foulelfmeter von Schütz (66.)

Gelbe Karten:
Groß, Mahrhold/Owusu

Zuschauer:
2.870