DSC Arminia Bielefeld -

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Sa., 02.02.2019 13:00 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(2)
Hamburger SV (0)

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Der “Dino” auf dem Weg zurück ins Oberhaus

Es ist eine echte Premiere: Zum ersten Mal in seiner Geschichte gastiert der Hamburger SV zu einem Zweitliga-Duell in der Bielefelder SchücoArena. Allzu lange im Fußball-Unterhaus verweilen will der HSV aber nicht – die Rückkehr in die 1. Bundesliga haben die Hamburger fest eingeplant.

Der 12. Mai 2018 dürfte jedem HSV-Anhänger sofort ein Begriff sein. Trotz eines 2:1-Sieges über Borussia Mönchengladbach stiegen die Hamburger an diesem Tag aus der Fußball-Bundesliga ab. Das Datum markiert bis heute eine Zäsur in der traditionsreichen Geschichte der Hansestädter. Zum ersten Mal seit Gründung der Bundesliga ist der HSV nur noch zweitklassig.

Ihren Nimbus der “Unabsteigbarkeit” hatten die Nordlichter mit dem bitteren Abstieg zwar verloren, nicht aber die Gelegenheit, den Gang in die 2. Bundesliga für eine Generalüberholung des Kaders zu nutzen. Dies ließen sich die Hamburger nicht zweimal sagen. Im Sommer verließen gleich 15 Spieler den Club, darunter gestandene Bundesligaspieler wie André Hahn (FC Augsburg), Albin Ekdal (Sampdoria Genua) oder Filip Kostic (Eintracht Frankfurt). Im Gegenzug setzte der HSV vermehrt auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs und holte darüber hinaus Talente mit hohem Entwicklungspotenzial an die Elbe. Eine Rechnung, die voll aufging. Zur Winterpause grüßen die Hanseaten von der Tabellenspitze, der erste Nichtaufstiegsplatz ist bereits auf sechs Punkte distanziert. Obwohl alteingesessene Hamburger wie Lewis Holtby, Aaron Hunt und Pierre-Michel Lasogga weiterhin zum Kern der Mannschaft zählen, tragen die Shootingstars des “neuen” HSV nun andere Namen. Die Neuzugänge Khaled Narey (Greuther Fürth), Orel Mangala (VfB Stuttgart) und Hee-chan Hwang (RB Salzburg) haben sich auf Anhieb zu echten Verstärkungen entwickelt.

Zwar startete der HSV mit einer deutlichen 0:3-Heimpleite gegen Holstein Kiel denkbar schlecht in die Saison, in der Folge zeigte der Trend der Rothosen aber klar nach oben. Als der HSV im Oktober dann allerdings drei Spiele in Folge nicht gewinnen konnte, drohte das große Ziel Aufstieg kurzzeitig in Gefahr zu geraten. Die Hanseaten zogen die Reißleine und entließen Cheftrainer Christian Titz, der das Team in der heißen Phase der Vorsaison  fast noch zum Klassenerhalt geführt hatte. Das Ruder übernahm fortan der 37-jährige Hannes Wolf, der zuvor den VfB Stuttgart gecoacht hatte. Unter seiner Regie holten die Hamburger zum Einstand einen 1:0-Sieg in Magdeburg und blieben in der Folge in fünf von sieben Spielen ungeschlagen. Der gebürtige Bochumer fordert von seiner Mannschaft spielerische Variabilität ein, agiert aber in der Regel in einer eher offensiv ausgerichteten 4-1-4-1-Formation. Richtig dominant präsentierte sich der Deutsche Meister von 1983 in der Liga indes nur selten, oft siegte der HSV nur mit einem Tor Unterschied. Einen Erfolg mit drei Toren Differenz  feierten die Nordlichter einzig auswärts beim SV Sandhausen (3:0) und im Hinrundenspiel gegen Arminia (3:0). Bauen kann Coach Wolf beim Unternehmen Wiederaufstieg auf den wiedergenesenen Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos. Der Grieche laborierte fast ein halbes Jahr an einem Knorpelschaden, befindet sich seit Januar aber wieder im Mannschaftstraining.

Der Endemit vom Elbstrand

Es ist ein nicht zu übersehendes Pflänzchen, was da am Elbufer der Hansestadt Hamburg aus dem Boden schießt. Nein, es sind nicht nur die Aufstiegshoffnungen des HSV, der nach einem Jahr Abstinenz zurück in das Fußball-Oberhaus will. Tatsächlich grünt in der Hansestadt ein Gewächs, was es so nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Es ist nicht davon auszugehen, dass Uwe Neuhaus jemals etwas vom Schierlings-Wasserfenchel gehört haben dürfte. Allerdings: Den Nährboden für die Aufstiegshoffnungen des HSV will er am morgigen Samstag nicht bereiten, wie er auf der Pressekonferenz klarmachte.

Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt für die Arminen momentan nicht: Nur drei Tage nach dem kuriosen 4:3-Erfolg bei Dynamo Dresden wartet auf den DSC am Samstag um 13:00 mit der Partie gegen den Ligaprimus HSV schon der nächste Kracher. Seine Mannschaft habe das erste Spiel der englischen Woche gut weggesteckt. Angst vor schweren Beinen habe er bei seinem Team nicht, verrät Cheftrainer Uwe Neuhaus: “Ein Tag mehr zur Regeneration wäre schön gewesen, aber wir können auch so leben. Der HSV hat den gleichen Rhythmus wie wir. Da gibt es keine Vorteile”, meint Neuhaus.

Die phänomenale Aufholjagd bei den Sachsen, als die Arminen einen 1:3-Rückstand noch in einen Sieg drehten, habe bei seinem Team nachhaltig für einen positiven Schub gesorgt, glaubt Neuhaus: “Wir haben uns in einem echten Hexenkessel super zurückgekämpft. Es ist enorm wichtig, dass die Spieler den Glauben besitzen, auch so ein Spiel nochmal wenden zu können. Eine einzige Aktion kann da so vieles verändern”, sagt der Coach.

Obwohl der gebürtige Hattinger das Fußballbusiness nach zwei Jahrzehnten als Trainer in und auswendig kennt, sorge die Partie gegen den HSV in der ausverkauften SchücoArena immer noch für ein positives Kribbeln, bestätigt Neuhaus: “Ich bin nicht total aufgeregt, aber eine Anspannung ist natürlich da. Auch für die Zuschauer ist Hamburg natürlich ein toller Gegner. Dass die Erwartungshaltung eine andere sein wird als gegen Heidenheim, wird uns zusätzlich helfen”, sagt er. Die herausragende Klasse des kommenden Gegners haben die Arminen auf dem Schirm, für Unruhe sorge das aber nicht: “Der HSV verfügt durch die Bank über gute Fußballer, die wir nicht einfach spielen lassen dürfen. In die genaue Taktik werde ich die Mannschaft noch einbeziehen. Nur intensives Pressing dürfte definitiv schwierig werden”, kommentiert Neuhaus.

À propos Hamburg: Den Wenigsten dürfte bekannt sein, dass die Stadt an der Elbe neben Philharmonie, Fischmarkt und Reeperbahn auch für Naturfreunde so einiges zu bieten hat. Denn nur im Stadtstaat, genauer gesagt in den Prielen am Elbestrand, existiert ein Biotop, dass eine weltweit endemische Pflanze gedeihen lässt – den Schierlings-Wasserfenchel. Im Norden führt meine eine echte Hassliebe-Beziehung zu dem weißblühenden Doldenblüter. Einst musste sogar eine geplante Elbvertiefung verschoben werden, um das Habitat des Endemiten nicht zu gefährden.

Dass alles dürfte für die Arminen am Samstag allerdings zur Nebensache werden, wenn sie um 13.00 Uhr den Rasen der SchücoArena betreten. Mit von der Partie sein wird dann auch erneut Offensivmann Reinhold Yabo. Dem Neuzugang glückte in Dresden ein hoffnungsvolles Debüt, für 90 Minuten dürfte es aufgrund einer alten Verletzung auch gegen den HSV nicht reichen: “Die Startelf ist für ihn nicht ausgeschlossen, aber das  besprechen wir noch. Inwiefern er mehr als 45 Minuten spielen kann, müssen wir sehen”, betont Neuhaus. Verzichten muss der Coach auf die weiterhin verletzten Christopher Nöthe, Nils Quaschner, Tom Schütz, Sven Schipplock und Can Özkan.

Übrigens: Aufgrund seines Lebensraumes in Flussnähe hat der Schierlings-Wasserfenchel eine kleine Schwäche für tägliche Überflutungen. Bleibt zu hoffen, dass der DSC die HSV-Angriffswellen morgen schadlos übersteht.

Weitere Aussagen von Uwe Neuhaus gibt es zudem im Arminia-Podcast von Radio Bielefeld.

Auf ArminiaClubTV äußert sich zudem Nils Seufert zum Spiel:

Berichterstattung DSC – HSV

Wo kann ich Arminia unterwegs live verfolgen? Wann und wo sehe ich die Highlights des Spiels? Hier gibt es einen Überblick zur Berichterstattung gegen den Hamburger SV.

Wer keine Chance hat, sich ein Ticket zu kaufen, um am Samstag um 13:00 Uhr das Spiel gegen den Hamburger SV live in der SchücoArena zu verfolgen, dem seien folgende Alternativen empfohlen:

  • In unserer Arminia-App bieten wir euch einen ausführlichen Liveticker inkl. interessanter Statistiken an!
  • Auf unserem Twitter-Kanal halten wir euch immer auf dem Laufenden.
  • Per ASC-Audio-Livestream werden alle Heim und Auswärts-Pflichtspiele übertragen.
  • Radio Bielefeld berichtet ebenfalls von der Begegnung. Reporter Ulrich Zwetz ist 90 Minuten vor Ort und meldet sich mehrmals live aus der SchücoArena.
  • Sky zeigt das Spiel live und in der Konferenz.

Ihr wart beim entscheidenden Tor noch in der Schlange vor der Bratwurstbude oder ihr habt die Rudelbildung samt roter Karte dank eurer drückenden Blase verpasst? Hier findet ihr nach Schlusspfiff Bewegtbilder von der Partie:

  • Sky, “Alle Spiele, alle Tore”, nach Spielende (Samstag)
  • ARD, “Sportschau”, 18:30 Uhr bis 19:57 Uhr (Samstag)
  • ZDF, “Aktuelles Sportstudio”, 23:00 Uhr bis 00:25 Uhr (Samstag)
  • RTL Nitro, “100 % Bundesliga”, 22:15 bis 00:00 Uhr (Montag)

DSC gewinnt 2:0 gegen den HSV

Andreas Voglsammer und Rückkehrer Reinhold “Ray” Yabo schießen die beiden Tore beim überzeugenden Heimsieg gegen den Tabellenführer vom Hamburger SV. Der HSV muss knapp 80 Minuten in Unterzahl spielen.

Bielefeld liegt nicht in den USA, das sollte jedem soweit klar sein. Die kleine Stadt Punxsutawney im Bundesstaat Pennsylvania aber schon. Dort findet einmal im Jahr, nämlich am 2. Februar, ein besonderer Event statt. Immer am 2. Februar entscheidet ein Murmeltier darüber, wie das Klima in den kommenden Wochen wird. Das Murmeltier hat die Wahl zwischen einem frühen Frühling oder sechs weiteren Wochen Winter. Hätte das flauschige Tier heute einen Abstecher in die SchücoArena gemacht, dann hätte es aus DSC-Sicht einen frühen und schönen Frühling prophezeit, denn trotz Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt wurde das Herz eines jeden DSC-Fan gewärmt. Grund? Der 2:0-Heimsieg über den HSV.

Im Vergleich zum Auswärtssieg bei Dynamo Dresden unter der Woche setzte Cheftrainer Uwe Neuhaus nahezu auf die gleiche Startelf. Lediglich Comebacker Reinhold “Ray” Yabo feierte sein Startelfdebüt – er rückte für Keanu Staude in die Anfangsformation. Erstmals im Kader stand Neuzugang Amos Pieper, der auf der Bank Platz nahm.

Die erste gute Gelegenheit des Spiels gehörte dem Tabellenführer. Nach einer gelungenen Kombination kam Khaled Narey auf der rechten Seite zum Abschluss, drosch den Ball aber deutlich über das Tor (2.). Das Spiel startete flott und der HSV machte bereits in der Anfangsphase deutlich, warum er auf Platz eins der Tabelle steht. Die Hanseaten störten früh und setzten den DSC bereits in der eigenen Hälfte unter Druck. In der achten Minuten konnte Arminia dann ein erstes Zeichen setzen. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld spielte Yabo den Ball auf den mitlaufenden Andreas Voglsammer, dessen Hereingabe HSV-Abwehrspieler Rick van Drongelen in letzter Sekunde klären konnte. Dann wurde es das erste Mal dramatisch: Fabian Klos spielte im Mittelfeld einen Steilpass auf Voglsammer, der sich im Laufduell gegen Gotukai Sakai durchsetzen konnte und vom Japaner nur noch per Foul gestoppt werden konnte. Schiedsrichter Daniel Siebert entschied auf Notbremse und schickte Sakai vorzeitig zum Duschen (12.). Den anschließenden Freistoß setzte Brian Behrendt nach einer einstudierten Variante ins Fangnetz.

Es blieb turbulent. Erst verpasste Yabo mit seiner klugen Hereingabe in den Strafraum Freund und Feind (16.), dann entschärfte Julian Pollersbeck im Hamburger Kasten einen Voglsammer-Schuss aus spitzem Winkel mit toller Fußabwehr. Wenig später war der HSV-Keeper aber machtlos. Ein fein getretener Freistoß von der linken Seite landete beim alleingelassenen Voglsammer, der keine Mühe hatte, aus wenigen Metern zur viel umjubelten 1:0-Führung für den DSC einzunetzen (20.).

Und die SchücoArena, gerade erst zum Beben erwacht, kam nicht zur Ruhe. Der Grund? Ein gewisser “Ray” Yabo. Wieder war es eine Seufert-Freistoßflanke, die für Gefahr sorgte, wieder erzielte der DSC ein Tor. Nachdem die HSV-Abwehr die Flanke Seuferts nicht klären konnte, kam Arminias Nummer 15 aus 20 Metern zum Abschluss. Den toll getroffenen Ball konnte Pollersbeck noch abwehren, der Abpraller landete bei DSC-Kapitän Julian Börner, der sich dachte: “Ray, versuch es nochmal.” Gesagt, getan. Börner bediente den am Strafraum wartenden Yabo und der Rest war grenzenloser Jubel. Gegen Yabos Schuss, der links unten im Tor landete, hatte Pollersbeck keine Chance – 2:0 (26.).

In der Folge macht es Arminia schlau, behielt das Spielgerät in den eigenen Reihen und ließ die neun Feldspieler des HSV laufen. Nach einer guten halben Stunde fielen erste kleinere Schneeflocken vom Himmel, doch das Herz der DSC-Fans dürfte ob des bisherigen Spielverlaufs mehr als gewärmt gewesen sein. Auch wenn Arminia das Spielgeschehen kontrollierte, blitzte die Qualität des HSV immer wieder auf. So auch in der 35. Minute als Kapitän Lewis Holtby einen klasse Ball in den Lauf von Khaled Narey spielte. Hamburgs Offensivspieler wurde allerdings in höchster Not von Brian Behrendt gestört, der sich für seine Rettungsaktion den Szenenapplaus aller Bielefelder abholte. In den restlichen Spielminuten des ersten turbulenten Abschnitts passierte nicht mehr viel, sodass es mit einer verdienten 2:0-Halbzeitführung für den DSC in die Kabinen ging.

Arminias Cheftrainer Uwe Neuhaus schickte zur zweiten Hälfte die gleiche Elf auf den Rasen, während HSV-Trainer einmal wechselte und Bates für Jung brachte. Die erste gute Gelegenheit des zweiten Abschnitts gehörte HSV-Angreifer Bakery Yatta, der seinen Versuch aus 20 Metern jedoch etwas zu hoch ansetzte (53.). Eine Zeigerumdrehung später nahm dann auch der DSC seinen ersten Wechsel vor – Jóan Simun Edmundsson musste verletzungsbedingt vom Feld und wurde durch Keanu Staude ersetzt. Während weiter fleißig Schnee fiel, ließen es die Spieler auf dem seifigen Boden in der ersten Viertelstunde des Spiels etwas ruhiger angehen. Der HSV hatte mehr Ballbesitz, während Arminia versuchte, aus einer kompakten Defensive immer wieder Konter zu fahren.

Mit der Ruhe war es in der 63. Minute dann aber schlagartig vorbei: Nachdem Siebert einen kniffligen Zweikampf im Bielefelder Strafraum zurecht weiterlaufen ließ, kam der DSC über zwei Stationen direkt in die gefährliche Zone. Der eingewechselte Bates konnte Klos nur mit einem Foul stoppen, Siebert zückte Gelb und die Emotionen kochten kurz hoch. Nach wenigen Momenten beruhigten sich die Gemüter jedoch wieder. In der 65. Minute ging Torschütze “Ray” Yabo unter Standing Ovations vom Platz und machte Platz für Patrick Weihrauch. Dann verkündete Stadionmoderator Sebastian Wiese die Zuschauerzahl und sorgte damit für weitere gute Stimmung: Die SchücoArena war mit 26.545 Zuschauern ausverkauft.

Ganz viele von ihnen machten sich dann in der 70. Minute bemerkbar, als “Bielefeld, Bielefeld”-Anfeuerungsrufe durch das Stadion hallten. Sie sollten die letzten 20 Minuten des Spiels einläuten. Nach 72 Minuten war Schluss für den gut spielenden Klos, der ebenfalls von den Fans gefeiert wurde und Platz für Stephan Salger machte. 76 Minuten waren gespielt als der eingewechselte Weihrauch geschickt wurde und es mit einem Schuss aus spitzem Winkel versuchte. Pollersbeck konnte den Schuss jedoch ebenso klären wie einen Hartherz-Schuss eine Minute später aus gut 20 Metern. Die Hamburger verzeichneten deutlich mehr Ballbesitz, konnte sich aber gegen die gut stehende DSC-Verteidigung kaum Chancen erspielen. Für Entlastung sorgten fünf Minuten vor Ende der eingewechselte Staude und Voglsammer, die sich vor das Hamburger Gehäuse kombinierten. Voglsammers Schuss konnte Pollersbeck aber ohne Probleme parieren. Eine deutlich größere Chance besaßen die Rothosen dann unmittelbar danach. Ito wurde per Pass in die Tiefe schön freigespielt und stand alleine vor Arminias Stefan Ortega Moreno. Der DSC-Keeper machte sich groß und hielt Itos Abschluss mit einer tollen Parade – eine wichtige Aktion.

Ein letztes Raunen ging durch die SchücoArena als der 4. Offizielle die Nachspielzeit anzeigte – fünf Minuten. Da der DSC diese Phase durch aufopferungsvolle Defensivarbeit unbeschadet überstand, durften sich alle Bielefelder am Ende über einen 2:0-Heimerfolg gegen den Hamburger SV freuen. Weiter geht es für den gut in die Restrunde gestarteten DSC am kommenden Freitag mit einem Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg (18:30 Uhr).

Und das Murmeltier Phil aus Punxsutawney? Das dürfte sich darüber ärgern, dem tollen Heimsieg der Blauen nicht beigewohnt zu haben. Zumal das kleine Murmeltier keine Hitze verträgt und damit im Schneetreiben von Bielefeld heute bestens ausgekommen wäre. Und viele der 26.515 Fans hätten bestimmt gerne gewusst, ob Phil für den DSC einen frühen Frühling oder sechs weitere Wochen Winter prophezeit hätte. Der Heimsieg gegen den HSV dürfte aber für eine kleine Tendenz sprechen. Dass Phil in der mittlerweile 133-jährigen Tradition der Prophezeiung auch schon das ein oder andere Mal falsch lag, soll an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden.

ArminiaClubTV zeigt die Pressekonferenz nach dem Spiel:

Stimmen zum Spiel

Ich bin froh, dass es direkt so gut geklappt hat. Das war ein super Spiel gegen keine normale Mannschaft. Wir haben heute als komplettes Team eine tolle Leistung gezeigt. Es ist schön zu sehen, dass wir auch gegen den HSV bestehen können. Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, denke aber, dass die 60 Minuten mich ein gutes Stück weitergebracht haben. Wir haben viele Qualitäten und müssen uns nicht verstecken. Man hat in Dresden und heute gegen Hamburg gesehen, wozu die Mannschaft fähig ist.

Reinhold Yabo

Der frühe Platzverweis hat uns sicher in die Karten gespielt, aber wir haben auch so an die drei Punkte geglaubt. Wir haben es sehr gut gemacht und vieles spielerisch gelöst. Das komplette Team hat das System so gut umgesetzt, dass wir als verdienter Sieger vom Platz gehen. Bei meinem Tor spiele ich erst den Ball und kann dann gar nicht genau sagen, ob ich den Gegenspieler getroffen habe. Der Schiedsrichter hat mir aber bestätigt, dass es kein Foul war.

Andreas Voglsammer

Wir können heute alle zufrieden nach Hause fahren. Nach dem Platzverweis war es angenehm, gegen einen Mann weniger zu spielen und das hat uns hinten raus natürlich geholfen. Wir haben immer wieder spielerische Lösungen gefunden. In der zweiten Halbzeit sind wir viel hinterher gelaufen, haben aber in der Defensive gut gestanden. Hamburg ist eine gute Mannschaft – das konnte man vor allem in der zweiten Halbzeit sehen. Nach der ersten Halbzeit in Dresden haben wir jetzt drei gute Hälften gespielt. Alles in allem sind es sechs verdiente Punkte aus den vergangenen beiden Spielen.

Fabian Klos

Die rote Karte hat uns in die Karten gespielt. Mit dem 2:0 haben wir uns dann letztlich belohnt. Mit der zweiten Halbzeit bin ich nicht ganz zufrieden – in Ballbesitz haben wir einiges vermissen lassen. Trotzdem haben wir gut verteidigt und dennoch weiterhin Luft nach oben. Hamburg hat eine spielerische Klasse, die es uns vor allem vor dem Platzverweis schwer gemacht hat.

Uwe Neuhaus

Wir sind gut ins Spiel gekommen und standen gut in den Räumen. Der Platzverweis war berechtigt. Das war einer diese Momente im Fußball, der alles verändern kann und heute auch verändert hat. Im ersten Abschnitt hatten wir wenig Glück, in der zweiten Hälfte hatten wir einige gute Szenen. Letztlich ist es für uns ein gebrauchter Tag.

Hannes Wolf

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Brunner, Behrendt, Börner, Hartherz – Yabo (65. Weihrauch), Prietl, Seufert – Edmundsson (54. Staude), Klos (72. Salger), Voglsammer.

Hamburger SV:
Pollersbeck – Sakai, Jung (46. Bates), van Drongelen, Douglas Santos – Mangala – Narey, Ito, Holtby, Vagnoman (61. Özcan) – Jatta (77. Arp).

Tore:
1:0 (20.) Voglsammer, 2:0 (26.) Yabo.

Gelbe Karten:
Brunner, Seufert/Holtby, Bates

Rote Karte:
Sakai (12.) wegen einer Notbremse

Zuschauer:
26.515 (ausverkauft)