DSC Arminia Bielefeld -

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So., 03.03.2019 13:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(1)
SV Darmstadt 98 (0)

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Liebe zur richtigen Verbindung

Von Chemie verstehen sie etwas in Darmstadt. 1994 wurde ein Element auf den Namen der Stadt getauft, eine homogene Mannschaft führte die Darmstädter “Lilien” einst sogar in die erste Fußball-Bundesliga. Im Hier und Jetzt sucht der SVD aber wieder nach der richtigen Chemie.

Das “Darmstadtium” ist eine recht flüchtige Verbindung. Es entsteht dann, wenn Nickelionen mit hoher Geschwindigkeit auf eine Bleifolie treffen. Es bedarf nur weniger Millisekunden, dann ist das Element schon wieder zerfallen. Kurzlebigkeit ist eine Eigenschaft, die man dem Verhältnis zwischen dem SV Darmstadt 98 und Ex-Trainer Dirk Schuster wirklich nicht zusprechen kann. Seit 2012 stand der ehemalige Libero bei den Hessen an der Seitenlinie und prägte bei den Blau-Weißen eine Ära. Schon als aktiver Spieler war Dirk Schuster einer rustikalen Grätsche an der Seitenlinie näher als einem technischen Kabinettstückchen im Mittelfeld. Diesen Spielstil gab er nahtlos an seine Mannschaft weiter. Der Fußball der Hessen ist robust und körperbetont, manchmal etwas “schmutzig”. Doch genau das wollen die Fans im heimischen Merck-Stadion am Böllenfalltor sehen, das lieben sie dort. Und über Jahrzehnte war das altehrwürdige “Bölle” genau der richtige Ort für diese Interpretation von Fußball. Dort, wo es an Spieltagen hereinregnet und der Wind pfeift, feierte der SVD seine größten Erfolge. Dort spielte er als einer der größten Underdogs in der Bundesliga-Geschichte von 2015 bis 2017 sogar im Fußball-Oberhaus.

Mittlerweile wird das Stadion der Südhessen generalüberholt, womit sich auch das Gesicht des Vereins verändert. Mitte Februar 2019 war für Trainer Schuster sein Kapitel in Darmstadt vorerst beendet. Tabellenplatz 13 und nur ein Sieg aus den vergangenen zehn Spielen waren genug, um den gebürtigen Chemnitzer zu beurlauben. Schon in der vergangenen Saison steckten die “Lilien” bis zum Saisonende im Abstiegskampf. Eine Episode, die sich in dieser Spielzeit nicht noch einmal wiederholen sollte und Anlass genug für den neuen Sportlichen Leiter Carsten Wehlmann, in der Winterpause nicht weniger als einen personellen Turnaround zu vollziehen. Den Abgang von Abwehrchef Aytac Sulu kompensierten die Hessen durch die Verpflichtung gestandener Profis wie Sören Bertram (Erzgebirge Aue), Patrick Hermann (Holstein Kiel), Christoph Moritz (Hamburger SV), Victor Pálsson (FC Zürich) oder Mathias Wittek (1.FC Heidenheim). Übrigens: Nutzbar ist das “Darmstadtium” aufgrund seiner kurzen Halbwertszeit allerdings nicht. Noch ist es technisch unmöglich, aus dem kurzlebigen Darmstädter Element eine gefestigte Verbindung herzustellen. Das könnte bei den “Lilien” unter dem neuen Trainer Dimitrios Grammozis freilich etwas schneller klappen.

Bloß nicht überraschen lassen

Sami weiß nie, was drin ist. Jeder Tag kommt für Ihn einer Wundertüte gleich: Davon handelt die Geschichte “Wundertütentage” der Darmstädter Kinderbuchautorin Mirjam Pressler. Nicht anders sieht es bei unserem kommenden Gegner SV Darmstadt 98 aus. Gerade unter seinem neuen Coach Dimitrios Grammozis sind die “Lilien” nur schwer auszurechnen. Trainer Uwe Neuhaus und Andreas Voglsammer blickten dem Aufeinandertreffen am Sonntag um 13:30 Uhr allerdings voller Zuversicht entgegen.

Kein Wunder, denn das 1:1-Unentschieden bei Union Berlin hat den Arminen kräftig Rückenwind verliehen. Obwohl in dieser Spielzeit noch keine Mannschaft an der Alten Försterei drei Punkte entführen konnte,  war der DSC aufgrund einer bärenstarken zweiten Hälfte nah dran an einem Auswärtserfolg. Dem stimmte auch Stürmer Andreas Voglsammer zu: “Es ist wirklich nicht einfach, dort einen Punkt einzufahren. In Berlin muss man erstmal so zurückkommen, wie wir das getan haben”, sagte Voglsammer.

Eine Woche später ist die Freude über den Punktgewinn in der Fremde aber wieder der vollen Konzentration auf das Spiel gegen die “Lilien” gewichen. Gegen die traditionell kompakt agierenden Hessen erwartet Uwe Neuhaus ein ganz enges Spiel. Den neuen “Lilien”-Coach Dimitrios Grammozis kennt der 59-Jährige derweil noch aus seiner Zeit bei Rot-Weiss Essen: “Er ist ein echter Malocher-Typ. Darmstadt passt also sehr gut zu ihm, wie ich finde. Ich glaube aber nicht, dass Darmstadt groß anders auftreten wird, als in der Vergangenheit. Sie wollen hinten erstmal sicher stehen”, so Neuhaus. Vor allem die beiden schnellen Flügelspieler der Gäste, Marcel Heller und Joevin Jones, dürfen die Gastgeber bei Kontersituationen nicht zur Entfaltung kommen lassen.

Wer es in der Bielefelder Innenverteidigung mit dem “Lilien”-Angreifer Serdar Dursun zu tun bekommt, ist indes noch völlig offen. Um die zwei Plätze im Zentrum zeichnet sich ein offenes Rennen zwischen Stephan Salger und Julian Börner ab, wie Neuhaus skizzierte: “Grundsätzlich nimmt der Kapitän natürlich eine besondere Stellung in der Mannschaft ein. Andererseits hat Stephan zuletzt aber auch zwei sehr gute Spiele gemacht. Wir haben ja noch zwei Trainingseinheiten”, betonte der Trainer lächelnd. Verzichten müssen die Schwarz-Weiß-Blauen am Sonntag nicht nur auf die länger verletzten Nils Quaschner, Sören Brandy, Christopher Nöthe und Sven Schipplock, sondern auch auf Can Özcan (krank) und Tom Schütz (Reha). Ebenfalls nicht zur Verfügung steht Torwart Philipp Klewin, der sich unter der Woche im Training am Knie verletzte und bereits operiert wurde.

Bloß nicht den Fokus verlieren: Genau das richtige Motto für die Partie am Sonntag. Schließlich sind die “Lilien” immer für eine Überraschung gut. So wie die Tage des Protagonisten Sami. Eine echte Wundertüte eben.

Weitere Aussagen von Neuhaus und Voglsammer gibt es auch im Arminia-Podcast bei Radio Bielefeld.

Auf ArminiaClubTV äußert sich zudem Reinhold Yabo zum Spiel:

Berichterstattung DSC – Darmstadt

Wo kann ich Arminia unterwegs live verfolgen? Wann und wo sehe ich die Highlights des Spiels? Hier gibt es einen Überblick zur Berichterstattung gegen den SV Darmstadt 98.

Wer keine Chance hat, sich ein Ticket zu kaufen, um am Sonntag um 13:30 Uhr das Spiel gegen den SV Darmstadt 98 live in der SchücoArena zu verfolgen, dem seien folgende Alternativen empfohlen:

  • In unserer Arminia-App bieten wir euch einen ausführlichen Liveticker inkl. interessanter Statistiken an!
  • Auf unserem Twitter-Kanal halten wir euch immer auf dem Laufenden.
  • Per ASC-Audio-Livestream werden alle Heim und Auswärts-Pflichtspiele übertragen.
  • Radio Bielefeld berichtet ebenfalls von der Begegnung. Reporter Ulrich Zwetz ist 90 Minuten vor Ort und meldet sich mehrmals live aus der SchücoArena.
  • Sky zeigt das Spiel live und in der Konferenz.

Ihr wart beim entscheidenden Tor noch in der Schlange vor der Bratwurstbude oder ihr habt die Rudelbildung samt roter Karte dank eurer drückenden Blase verpasst? Hier findet ihr nach Schlusspfiff Bewegtbilder von der Partie:

  • Sky, “Alle Spiele, alle Tore”, nach Spielende (Sonntag)
  • Sky Sport News, “Die 2. Bundesliga”, 19:30 bis 20:45 Uhr (Sonntag)
  • Sport1, “Die 2. Bundesliga”, 19:30 bis 20:45 Uhr (Sonntag)
  • RTL Nitro, “100 % Bundesliga”, 22:15 bis 00:00 Uhr (Montag)

Wichtiger 1:0-Heimsieg über den SV Darmstadt

Eine 3 kann so schön aussehen. Oder etwa nicht? Drei Siege hatten die Blauen in dieser Saison bisher im eigenen Stadion gesammelt, zudem drei Mal im Jahr 2019 gewonnen. Nun ließen die Arminen noch einen weiteren Dreierpack folgen. Durch den knappen aber verdienten 1:0 (1:0)-Heimerfolg gegen den SV Darmstadt 98 hat der DSC die “Lilien” in den letzten drei Spielen in der SchücoArena immer geschlagen.

Durch das 1:1-Unentschieden bei Union Berlin in der vergangenen Woche hatten die Arminen mächtig Selbstvertrauen getankt und das war den Gastgebern auch gegen die Hessen sofort anzumerken. Erst drei Minuten waren gespielt, als Andreas Voglsammer nach einer Ecke aus fünf Metern frei zum Kopfball kam, das Leder jedoch gute zwei Meter zu hoch am Kasten vorbei setzte. Eine erste Duftmarke, der Brian Behrendt nur fünf Minuten später eine zweite folgen ließ. Seinen Schuss aus der Distanz konnte Darmstadt-Keeper Heuer Fernandes nur nach vorne prallen lassen, ohne das ein Bielefelder den Abpraller allerdings anschließend hätte verwerten können.

Eine starke erste Viertelstunde der Blauen, die Fabian Klos in Minute 15 hätte veredeln können. Nach Vorlage von Reinhold Yabo kam Klos im Sechszehner zum Abschluss. Erneut war Heuer Fernandes auf dem Posten und lenkte den noch abgefälschten Ball glänzend über die Querlatte. Jetzt ging es Schlag auf Schlag: Arminia kombinierte sich mustergültig über die rechte Seite in die Gefahrenzone, wo Jonathan Clauss mit einer Flanke Andreas Voglsammer im Strafraum bediente. Arminias Nummer 21 nahm den Ball per Seitfallzieher, bugsierte den Ball aus sechs Metern aber über das Gehäuse (19.). Die ganz große Gelegenheit zur Führung für die starken Arminen!

An dieser Stelle sollten eigentlich auch die Torchancen der Gäste Erwähnung finden, allerdings existierten diese in der Anfangsphase der Partie schlicht und ergreifend nicht. Ab und an versuchten es die Hessen mit einigen Konterversuchen, die allerdings alle gefahrlos im Sande verliefen. Auch die Gastgeber präsentierten sich mit zunehmender Spieldauer nicht mehr ganz so gefährlich wie in den Anfangsminuten. Scheinbar: Denn zehn Zeigerumdrehungen vor der Pause versuchte es erst Reinhold Yabo mit einem Drehschuss, brachte aber noch zu wenig Druck hinter den Ball. Besser machte es da Fabian Klos fünf Minuten vor der Pause. Und das ging so: Jonathan Clauss sprintete an der rechten Bahn und wurde mustergültig in die Schnittstelle bedient, von wo er den Ball mustergültig in den Strafraum, ablegte. Dort stand unsere Nummer Neun genau richtig und schob den Ball zum hochverdienten 1:0 in die Maschen. Toooor für Arminia, Toooor für die Blauen! Ganz nebenbei auch ein echtes Jubiläum für den Goalgetter, der zum 50. Mal in der Zweiten Fußball-Bundesliga einnetzte.

Auch nach der Pause machten die Hausherren munter weiter. Drei Minuten waren rum, als Andreas Voglsammer Heuer Fernandes mit einem saftigen Schuss aus 20 Metern zur nächsten Parade zwang. Sekunden später kamen auch die Gäste zu ihrer bis dato besten Chance. Im Anschluss an einen Standard ging Marvin Mehlem aus rund 12 Metern volles Risiko. Sein Geschoss klatschte aber nur an den Außenpfosten. Der agile Mittelfeldspieler setzte sich auch kurz darauf nochmal in Szene, Stefan Ortega Moreno war bei seinem Versuch aber auf dem Posten.

Insgesamt flachte das Niveau der Partie nun aber ein wenig ab. Arminia beschränkte sich zunehmend auf die Defensivarbeit und überließ den “Lilien” den Ball, ohne dass diese damit groß etwas hätten anfangen können. Torchancen blieben so über weite Strecken der zweiten Halbzeit eine echte Mangelware. Es dauerte bis zur 80. Minute, ehe die Blauen das nächste Mal vor dem Darmstädter Gehäuse auftauchten. Fabian Klos hatte sich am Fünfer der Gäste wunderbar freigelaufen, scheiterte aus spitzem Winkel aber erneut an Heuer Fernandes. Zwar waren die Gäste zum Angriffsspiel verdammt, bis auf eine Halbchance von Dursun (85.), der eine Hereingabe am Arminia-Kasten vorbeigrätschte, kam von den orange gekleideten Darmstädtern aber herzlich wenig.

Und so brachten die Gastgeber den immens wichtigen Arbeitssieg schließlich über die Zeit. Der DSC hatte nicht geglänzt, sich aber beste Voraussetzungen für einen frühzeitigen Klassenerhalt erspielt. Wo wir wieder bei der Zahl des Spiels wären. Ein Dreier ist eben doch immer noch am Schönsten. Die nächste Chance auf drei Punkte bietet sich dem DSC am kommenden Samstag beim Gastspiel in Köln (13 Uhr).

Auf ArminiaClubTV gibt es noch die Pressekonferenz zum Spiel gegen den SVD:

Stimmen zum Spiel

Wir haben eine super 1. Halbzeit gespielt. Einzig die Chancenverwertung war verbesserungswürdig – wir müssen früher das 2:0 nachlegen. Die Mannschaft ist sehr souverän aufgetreten und hat den Ball in den eigenen Reihen sowie den Gegner gut laufen lassen. Die zwei, drei Bälle vom SV Darmstadt haben wir im Kollektiv gut verteidigt. Wir wollen uns als Mannschaft weiterentwickeln, daher haben wir uns am Ende auch nicht hinten reingestellt, sondern sind weiterhin hoch angelaufen und haben Darmstadt so vom eigenen Tor weggehalten. Ich freue mich natürlich über meinen 50. Zweitligatreffer, aber auch nur, weil wir heute gewinnen konnten. Die Vorfreude auf Köln ist dementsprechend nun auch schon zu spüren.

Fabian Klos

Wir haben eine starke erste Halbzeit gespielt und es gut gemacht. Die Mannschaft stand sehr stabil und hat hinten wenig zugelassen. In der zweiten Hälfte war es ein großer Kampf, in dem am Ende auch die Kräfte nachgelassen haben. Nach der Leistung heute können wir mit viel Selbstvertrauen nach Köln fahren. Auf diese Atmosphäre freut sich natürlich jeder – das sind die schönsten Momente. Und eine Sache noch zu “Fabi” Klos: Es können viele Spieler zu ihm aufschauen und wir freuen uns für ihn, dass er die 50 vollmachen konnte – er ist einfach eine Legende. Wir freuen uns, jemanden wie ihn als Mitspieler zu haben.

Julian Börner

Ich bin äußerst zufrieden, vor allen Dingen mit dem Auftritt in der ersten Halbzeit. Wir haben uns immer wieder spielerisch bis vor den gegnerischen Kasten kombiniert – auch wenn wir die Dinger dann nicht konsequent genutzt haben, ist das Erspielen von Chancen auch eine Qualität. 11 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz sind super, aber noch keine Garantie. Wir wollen weiter mutig spielen, so wie es der Trainer auch von uns verlangt. Vielleicht muss sich das Bielefelder Publikum da auch noch etwas dran gewöhnen. Jetzt freuen wir uns auf Köln, wo wir gerne dort weitermachen wollen, wo wir heute aufgehört haben.

Stefan Ortega Moreno

Ein verdienter Sieg meiner Mannschaft. Leider haben wir es ein bisschen versäumt, unsere Chancen zu nutzen. Ansonsten haben wir aber sehr wenig zugelassen. Von daher denke ich, dass wir uns den Sieg über 90 Minuten erarbeitet und erkämpft haben. Ich bin zufrieden, auch wenn wir in der zweiten Hälfte ein bisschen die Ruhe verloren haben. Letztlich haben wir es gut verteidigt und keine großartigen Chancen mehr zugelassen.

Uwe Neuhaus

Ich habe zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. In der ersten Hälfte haben wir defensiv strukturiert gespielt. Letztlich hat uns da aber die endgültige Entschlossenheit gefehlt. Mit dem ersten Abstimmungsfehler mussten wir uns dann leider geschlagen geben.

Dimitrios Grammozis

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Clauss, Behrendt, Salger, Hartherz – Yabo (86. Salger), Prietl, Seufert (67. Weihrauch) – Edmundsson (80. Staude), Klos, Voglsammer.

SV Darmstadt 98:
Heuer Fernandes – Höhn, Franke, Wittek, Holland – Pálsson, Stark (69. Jones) – Heller, Mehlem (84. Mehlem), Kempe – Dursun.

Tor:
1:0 (41.) Klos.

Gelbe Karten:
Börner/Franke, Wittek, Stark

Zuschauer:
15.011