DSC Arminia Bielefeld -

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Mo., 27.08.2018 20:30 Uhr

Hamburger SV(1)
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Vom Dino zum Neuling

Erstmals in seiner Vereinsgeschichte spielt der Hamburger SV “nur” in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Nachdem sich der Bundesliga-Dino in den Jahren davor häufig noch knapp retten konnte, war in der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit der Abstieg nicht mehr zu verhindern.

Trotz einer deutlichen Leistungssteigerung seitdem Christian Titz den Trainerposten an der Elbe übernommen hat, fehlten am Ende zwei Punkte auf den Relegationsplatz und fünf Punkte auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Doch die gute Arbeit von Christian Titz konnte selbst der erstmalige Abstieg aus der Bundesliga nicht ganz in den Schatten stellen und deshalb sprachen die Verantwortlichen ihm das Vertrauen aus und gaben dem ehemaligen U23-Trainer ein neues Arbeitspapier. Ein verständlicher Schritt, wenn man beachtet, welche Entwicklung die Mannschaft unter Titz genommen hat und wie sie trotz des drohenden Abstiegs im Saisonendspurt mit einer stark verjüngten Mannschaft durchaus ansehnlichen Offensivfußball präsentierten.

Auch in der Sommerpause setzte Titz den bereits eingeleiteten Umbruch fort – offiziell verzeichneten die Hamburger 17 Abgänge und 21 Zugänge. Am meisten aufmerksam auf sich machte bisher Khaled Narey, der im Sommer von Greuther Fürth an die Elbe wechselte. Mit zwei Toren und einer Vorlage in den ersten drei Pflichtspielen der Saison (zwei Ligaspiele + DFB-Pokalspiel) wusste der 24-Jährige direkt zu überzeugen. Dass es aber kein Spaziergang zum direkten Wiederaufstieg wird, mussten die Hamburger spätestens am ersten Spieltag im Heimspiel gegen Holstein Kiel erfahren. Nach einer verpatzten zweiten Hälfte unterlagen die Rothosen am Ende eindeutig mit 0:3. Deutlich gelungener gestalteten die Norddeutschen dann ihr erstes Zweitliga-Auswärtsspiel beim SV Sandhausen. Durch eine Leistungssteigerung und vor allem mehr Konsequenz im Abschluss fuhren die Hamburger einen ungefährdeten 3:0-Sieg ein. Aktuell trennt den DSC und den HSV also lediglich ein Punkt, auch wenn die Tabelle nach zwei Spieltagen noch wenig bis gar nichts zu bedeuten hat.

Trotzdem eine schöne Randnotiz, wenn man bedenkt, dass der direkter Vergleich beider Vereine deutlich zu Gunsten der Hamburger ausfällt: In insgesamt 36 Spielen konnten die Ostwestfalen “nur” sieben für sich entscheiden, während die Hanseaten bereits 20 Siege vorzuweisen haben und die weiteren neun Partien Unentschieden endeten. In Hamburg gewannen die Arminen in ihrer Vereinsgeschichte bisher ein einziges Spiel und zwar im Oktober 2004. Beim damaligen 2:0-Auswärtserfolg schossen Patrick Owomoyela und Delron Buckley die Tore. Zwei Namen an die sich viele Bielefelder gerne erinnern werden. Und wer weiß vielleicht schießt am Montag, wenn beide Mannschaften im Volksparkstadion aufeinander treffen, erneut ein Spieler den DSC zum Sieg, an den die Fans sich noch lange erinnern werden…

“Wir fahren selbstbewusst zum HSV”

In der Pressekonferenz vor dem Montagsspiel in Hamburg äußerten sich Cheftrainer Jeff Saibene und Rekordtorjäger Fabian Klos zum kommenden Gegner.

Personell wird Arminia weiterhin auf Cedric Brunner und Nils Quaschner (beide Aufbautraining) verzichten müssen. Beiden attestierte Saibene jedoch bereits eine, für ihren Verletzungsstand, “gute Verfassung”. Auch von Neuzugang Jonathan Clauss zeigte sich der DSC-Trainer angetan: “Er ist in einer guten Verfassung und konnte auch die intensiven Trainingseinheiten voll mitgehen. Er ist auf jeden Fall eine Option für den Kader in Hamburg, allerdings noch nicht für die Startelf. Tom Schütz sollte sich in Stendal an die Rechtsverteidigerposition gewöhnen und hat das auch ordentlich gemacht.” Das Pokalspiel in Stendal habe zudem gezeigt, dass man “auf alle Spieler im Kader zählen kann”. Trotz der guten Leistungen von Prince Osei Owusu und Sven Schipplock hätten Klos und Voglsammer aktuell “die Nase vorn”, so der 49-Jährige weiter. Fabian Klos äußerte sich ebenfalls positiv zur Leistung seiner Mitspieler: “Ich habe mich gefreut, dass beide getroffen haben. Besonders für Schippo war es meiner Meinung nach extrem wichtig. Als Stürmer weiß ich, wie es ist, wenn man länger nicht mehr getroffen hat – das belastet dich. Die zunehmende Konkurrenzsituation in den letzten Jahren hat dazu beigetragen, dass Vogi und ich uns nochmal steigern konnten”, erklärte der Angreifer.

Sowohl Saibene als auch Klos sprachen von einem Highlight-Spiel in Hamburg: “Es ist für uns alle ein Highlight. Obwohl sie jetzt zweite Liga spielen ist es immer noch ein riesiger Club”, versuchte Saibene erst gar nicht seine allgemein bekannten Sympathien für die Hanseaten zu verstecken. Sein Stürmer teilte diese Vorfreude: “Ich freu mich extrem drauf und denke, dass es für jeden von uns ein Karrierehighlight sein wird.” Beide waren sich jedoch auch einig, dass diese Begeisterung für die mindestens 90 Minuten des Spiels keine Rolle spielen wird: “Es wird sicher keine Klassenfahrt mit Stadionbesuch – wir waren selbstbewusst zum HSV und wollen gewinnen”, gab sich Klos mutig.

Auch der Luxemburger Saibene erklärte, dass er seiner Mannschaft “durchaus zutraut zu gewinnen. Es wird darum gehen, als Ganzes gut zu verteidigen und ihnen so wenig Räume wie möglich zu geben”, erklärt der Arminen-Coach. “Die Hamburger versuchen immer extrem viel Fußball zu spielen und gehen teilweise hohes Risiko”, analysiert Saibene die Spielweise des HSV. “Die Erwartungen an sie sind sehr hoch und gerade zu Hause wird eigentlich erwartet, dass sie jeden schlagen und dabei auch noch gut spielen. Das ist keine einfache Situation, vor allem weil es in den letzten Jahren noch eine ganz andere für sie war”, weiß der Cheftrainer um die extrem Drucksituation bei den Hamburgern. Fabian Klos sieht im Zeitpunkt der Begegnung einen Vorteil für die Arminen: “Ich gehe davon aus, dass sie sich im Laufe der Saison mehr und mehr festigen und einspielen werden. Es liegt aber nun an uns aus dem frühen Zeitpunkt des Spiels Profit zu schlagen!”

Weitere Aussagen von Saibene und Klos gibt es auch im Arminia-Podcast von Radio Bielefeld.

Auf ArminiaClubTV äußert sich zudem Brian Behrendt zum Spiel:

Berichterstattung DSC – HSV

Wo kann ich Arminia unterwegs live verfolgen? Wann und wo sehe ich die Highlights des Spiels? Hier gibt es einen Überblick zur Berichterstattung gegen den Hamburger SV.

Wer keine Chance hat, sich ein Ticket zu kaufen, um am Montag um 20:30 Uhr das Spiel beim Hamburger SV live im Volksparkstadion zu verfolgen, dem seien folgende Alternativen empfohlen:

  • In unserer Arminia-App bieten wir euch einen ausführlichen Liveticker inkl. interessanter Statistiken an!
  • Auf unserem Twitter-Kanal halten wir euch immer auf dem Laufenden.
  • Per ASC-Audio-Livestream werden alle Heim und Auswärts-Pflichtspiele übertragen.
  • Radio Bielefeld berichtet ebenfalls von der Begegnung. Reporter Ulrich Zwetz ist 90 Minuten vor Ort und meldet sich mehrmals live aus dem Volksparkstadion.
  • Sky zeigt das Spiel live.

Ihr wart beim entscheidenden Tor noch in der Schlange vor der Bratwurstbude oder ihr habt die Rudelbildung samt roter Karte dank eurer drückenden Blase verpasst? Hier findet ihr nach Schlusspfiff Bewegtbilder von der Partie:

  • RTL Nitro, “100 % Bundesliga”, 22:15 bis 00:05 Uhr (Montag)

Engagierter DSC unterliegt mit 0:3

Trotz einer ansprechenden Leistung beim Aufstiegsfavoriten aus Hamburg unterlag Arminia Bielefeld am Montagabend durch Tore von Holtby und Lasogga (2) mit 0:3 im Volksparkstadion.

Im Vergleich zum Heimsieg gegen Dresden veränderte Cheftrainer Jeff Saibene die Mannschaft auf einer Position: Tom Schütz ersetzte den verletzten Cedric Brunner auf der Position des Rechtsverteidigers.

Die Ostwestfalen fanden gut in die Partie und verzeichneten den ersten Abschluss des Spiels. Nach einem schönen langen Ball verlängerte Voglsammer geschickt per Kopf auf Sturmpartner Fabian Klos, der den Ball nicht perfekt traf und somit deutlich verzog (4.). Nach einem Schütz-Freistoß von der rechten Seite war es dann Voglsammer, der den Ball per Kopf knapp am langen Pfosten vorbeisetzte (8.). Im direkten Gegenzug kamen die Hamburger zum ersten Eckball der Partie und gingen durch diesen in Führung. Ortega Moreno konnte beim Rauskommen den Ball nicht festhalten und ein zu kurz geratener Abwehrversuch landete genau auf dem Kopf vom Lewis Holtby. Der Mittelfeldstratege hatte keine Probleme den Ball aus zehn Metern ins leere Tor zu köpfen – 1:0 (9.). Der forsche Beginn der Gäste war mit der ersten Torchance der Gastgeber dahin.

In der Folge kamen die Rothosen besser ins Spiel und verzeichneten ihren nächsten Abschluss durch Lasogga – der Linksschuss des von einer Leihe zurück gekehrten Angreifers landete aber deutlich neben dem Tor von Ortega Moreno (16.). Nachdem die Arminen ein paar Minuten brauchten, um das Gegentor zu verdauen, entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel. Die Hanseaten hatten mehr Ballbesitz, doch der DSC schaffte es immer wieder Nadelstiche zu setzen. Besonders durch Standardsituation wurde es mehrmals gefährlich im Hamburger Strafraum. Beiden Mannschaften gelang es aber nicht zu einem gefährlichen Abschluss zu kommen. In der 37. Minute war es dann Florian Hartherz, der nach schönem Doppelpass mit Klos in den Strafraum zog, in letzter Sekunde aber noch von Bates gestoppt wurde. In der 39. Schnappte sich Florian Hartherz den Ball, nachdem Voglsammer 25 Meter vor dem Tor unfair gestoppt wurde. Der Linksfuß zirkelte den Ball Richtung Winkel, doch Julian Pollersbeck war hellwach und lenkte den Ball gerade so am Tor vorbei.

Nach einem Abspielfehler im Aufbauspiel der Gastgeber war es dann Voglsammer, der die größte Chance der ersten Halbzeit hatte, als er frei vor dem noch weit vor seinem Tor stehenden Pollersbeck auftauchte. Doch der 26-jährige wählte mit seinem Lupfer die schwierigste aller Möglichkeiten, so dass der zurück geeilte Torhüter den Ball gerade so entschärfen konnte, soeben auf der Strafraumlinie. Somit blieb es beim 1:0 zur Pause.

Der DSC kam unverändert aus der Kabine, während der HSV einmal wechselte. Erneut ein Freistoß aus aussichtreicher Position war es, der die Bielefelder das erste Mal im zweiten Durchgang vor das Hamburger Tor brachte. Der Standardspezialist Tom Schütz zirkelte den Ball jedoch deutlich am Tor vorbei (47.). Die Rothosen antworteten mit einem Fernschuss von Narey, der nur knapp am linken Pfosten vorbei strich (49.). Erneut kamen die Bielefelder gut aus der Kabine und versuchten die Hamburger bereits früh im Aufbauspiel zu stören, was auch immer wieder gelang. Oft fehlten nur ein oder zwei Pässe, um den Tor der Gastgeber wirklich gefährlich zu werden.

In der 59. Minute musste Andreas Voglsammer verletzungsbedingt vom Platz, für ihn kam der Ex-Hamburger Sven Schipplock ins Spiel. In der 63. Minute dann der nächste Abschluss der Hanseaten. Nach einem Angriff und einer Flanke von der linken Seite kam Narey am langen Pfosten frei zum Kopfball, konnte den Ball aber nicht mehr Richtung Tor befördern. Kurz darauf war es erneut Narey, der sich aus 25 Metern ein Herz fasste und mit links abzog, erneut fand der Ball aber nicht den Weg auf das Tor von Ortega Moreno. Die Antwort von Arminia folgte in der 67. Minute in Person von Keanu Staude, der sich stark auf der linken Seite durchsetzte und in den Strafraum zog. Die Bielefelder Nummer 32 legte sich den Ball etwas zu weit vor, wodurch sein Abschluss zu unpräzise wurde und knapp am Tor vorbeiging.

In der 72. Minute kam dann Neuzugang Jonathan Clauss zu seinem Debüt im schwarz-weiß-blauen Trikot. Der Franzose ersetzte Tom Schütz auf der rechten Abwehrseite. Eine Viertelstunde vor dem Ende war es dann Lasogga, der das 2:0 für die Gastgeber besorgte. Eine flache Hereingabe von Hunt wehrte Ortega Moreno gut ab, doch Lasogga sicherte sich den Abpraller, ließ am Elfmeterpunkt einen Verteidiger aussteigen und schloss trocken ab (75.). Arminia warf nochmal alles nach vorne – einen gefährlichen Flatterball von Nils Seufert konnte Pollersbeck nur mit Mühe wegfausten (81.). In der 85. Minute war es dann Sven Schipplock, der den Ball per Linksschuss nur auf die Latte setzen konnte. Doch auch das letzte Aufbäumen der Ostwestfalen sollte nicht mit einem Tor belohnt werden – im Gegenteil: Zwei Minuten vor dem Ende foulte Julian Börner dann Lasogga im Strafraum und den fälligen Strafstoß verwandelte Lasogga selbst zum 3:0. Dies bedeutete gleichzeitig den 3:0-Endstand vor 46.943 Zuschauern.

Stimmen zum Spiel

Wir haben gesehen, dass wir auch über 90 Minuten mithalten können. Hamburg erzielt aber die Tore und wir nicht, deshalb stehen wir am Ende mit leeren Händen da. Wir haben zwar ein tolles Spiel gezeigt, aber 0:3 verloren, also gibt es noch vieles zu verbessern und das müssen wir jetzt anpacken.

Julian Börner

Wir hatten die Chancen und nutzen sie nicht, die Hamburger schon. Die Szene von Vogi ist nicht spielentschiedet, wir hatten genügend andere Chancen, um ein Tor zu machen. Ich denke schon, dass wir in der Spur sind, aber wenn du die Tore nicht machst, gehst du als Verlierer vom Platz, auch wenn es kein schlechtes Spiel von uns war.

Manuel Prietl

Zu seiner Chance und dem vermeintlichen Handspiel: Aus meiner Sicht ist er außerhalb des Strafraums und hält so den Ball, aber ich hätte ihn einfach rein machen müssen und dann würden wir jetzt nicht darüber diskutieren. Es sollte nun von jedem das Ziel sein, am Samstag die drei Punkte zu holen.

Andreas Voglsammer

Für uns ist es ein extrem bitterer Abend. Das Resultat sieht am Ende sehr klar aus, spiegelt aber nicht ganz den Spielverlauf wieder. Wir sind gut ins Spiel gekommen und bekommen dann das 0:1. Dann rennen wir hier lange hinter her und schaffen es trotz einigen guten Chancen nicht den Ausgleich zu machen. Dass Hamburg am Ende die individuelle Qualität hat, das Spiel zu entscheiden, ist klar.

Jeff Saibene

Hamburger SV:
Pollersbeck – Sakai (79. David), Bates, van Drongelen, Douglas Santos – Mangala – Narey, Holtby, Hunt (83. Moritz), Ito (46. Janijic) – Lasogga.

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Schütz (62. Clauss), Börner, Behrendt, Hartherz – Edmundsson, Prietl, Seufert (86. Christiansen), Staude – Klos, Voglsammer (59. Schipplock).

Tore:
1:0 (9.) Holtby, 2:0 (76.) Lasogga, 3:0 (88.) Lasogga.

Gelbe Karten:
Mangala/Edmundsson

Zuschauer:
46.934