DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 14.12.2018 18:30 Uhr

Holstein Kiel(0)
DSC Arminia Bielefeld (1)

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Störche im Höhenflug

Kaum einer hätte Holstein Kiel im Sommer zugetraut, den Erfolg der vergangenen Saison zu wiederholen. Doch die Mannschaft des neuen Trainers Tim Walter schickt sich an, auch in dieser Spielzeit wieder kräftig im Aufstiegsrennen mitzumischen.

Als Holstein Kiel den gerade abgestiegenen Hamburger SV zum Auftakt der neuen Saison mal eben mit 3:0 aus dem Volksparkstadion fegte, machte nicht nur der ehemalige Bundesliga-Dino große Augen. Auch der Rest der Liga fragte sich, wie es die “Störche” aus dem hohen Norden hinbekommen, trotz des personellen Aderlasses im Sommer nahtlos an die vergangene Spielzeit anzuknüpfen. Als Aufsteiger pflügte Kiel damals mit erfrischendem Offensivfußball durch die Zweite Liga, setzte sich zwischenzeitlich gar an die Tabellenspitze und erreichte am Ende die Aufstiegs-Relegation zur Bundesliga, in der erst der VfL Wolfsburg den direkten Durchmarsch in das deutsche Oberhaus zu verhindern vermochte. Die Bilanz der Saison 2017/18 liest sich beeindruckend: Holstein stellte die beste Offensive, besaß das beste Torverhältnis und hatte in Marvin Ducksch auch den Torschützenkönig in den eigenen Reihen.

Der Erfolg weckte allerdings Begehrlichkeiten zweier finanzkräftigerer Vereine am Rhein. Trainer Markus Anfang wechselte auf die Bank des Bundesliga-Absteigers 1. FC Köln und nahm obendrein Abwehrchef Rafael Czichos sowie Spielmacher Dominick Drexler mit. Auch Fortuna Düsseldorf bediente sich beim Überraschungsdritten und verpflichtete den ohnehin nur von St. Pauli ausgeliehenen Marvin Ducksch. Ohne Erfolgstrainer Anfang und die drei Eckpfeiler schien ein erneutes Auftrumpfen unrealistisch, zumal alleine das kongeniale Duo Ducksch & Drexler 30 der insgesamt 71 Treffer unter sich aufteilte. Doch der vom FC Bayern II verpflichtete neue Chefcoach Tim Walter behielt die offensive Grundausrichtung bei, hielt den restlichen Kader beisammen und ergänzte ihn sinnvoll mit einigen gut ausgebildeten Talenten. Der von Dortmunds Zweiter Mannschaft verpflichtete Janni Serra fügte sich bestens ins bestehende Gerüst ein und erzielte im Gegensatz zum Vorjahr – als er bei seinem Leihverein VfL Bochum ohne Saisontor blieb – bereits sieben Pflichtspieltreffer. Auch Innenverteidiger Hauke Wahl (kam aus Ingolstadt) und der aus Südkorea geholte Linksfuß Jae-Sung Lee etablierten sich auf Anhieb. Insbesondere Letztgenannter scheint sich an der Förde pudelwohl zu fühlen, wie zehn Scorerpunkte (3 Tore, 7 Vorlagen) belegen.

Unterstützt werden die Neuzugänge von etablierten Stützen wie den Routiniers Kenneth Kronholm im Tor und Johannes van den Bergh auf der linken Abwehrseite sowie dem jungen Mittelfeldmotor David Kinsombi und Flügelflitzer Kingsley Schindler. Deutlich wird die Ausgeglichenheit des Kaders beim Blick auf die bisherigen Saison-Torschützen. Bereits elf Kieler konnten in dieser Spielzeit zum persönlichen Torjubel ansetzen und dafür sorgen, dass die Mannschaft mit insgesamt 30 Treffern erneut in den Top Drei der torgefährlichsten Teams liegt. Dies schlägt sich selbstverständlcih in der Tabelle wieder, auch wenn dem traumhaften Saisonstart beim HSV zunächst ein ergebnistechnisches Auf und Ab folgte – am fünften Spieltag etwa kamen die Störche mit 1:4 bei Greuther Fürth unter die Räder. Inzwischen haben sich die Nordlichter aber stabilisiert und sind seit nunmehr sieben Spielen ungeschlagen. Die vergangen drei Partien wurden gar allesamt gewonnen, was die Walter-Elf auf Rang fünf führte – mit dem minimalen Rückstand von einem Punkt auf den Relegationsplatz. Auch im DFB-Pokal steht Kiel im Achtelfinale, nachdem man in der zweiten Runde Bundesligist SC Freiburg ausschalten konnte.

Auf Arminia wartet also eine schwere Aufgabe, zumal der direkte Vergleich nicht wirklich optimistisch stimmt. Von den bisherigen sieben Aufeinandertreffen konnte der DSC nur eines für sich entscheiden. Je dreimal behielt Holstein Kiel die Oberhand bzw. trennten sich beide Teams unentschieden. Immerhin: Zwar sind die traditionell heimstarken Störche in dieser Saison zuhause noch ungeschlagen, konnten von den bisherigen sieben Spielen im Holstein-Stadion aber auch nur drei gewinnen.

“Das werden 90 Minuten Stressarbeit”

Vor dem Auswärtsspiel bei Holstein Kiel am Freitagabend (18:30 Uhr) lud Arminia Bielefeld die Medienvertreter zur Pressekonferenz am Trainingsgelände, wo sich Uwe Neuhaus den Fragen der anwesenden Journalisten stellte. Der neue Chefcoach gab Auskunft über die ersten Arbeitstage beim DSC, seine Spielidee und den kommenden Gegner.

Am Montag wurde Uwe Neuhaus als Nachfolger Jeff Saibenes verpflichtet, Dienstag folgte das erste Kennenlernen mit der Mannschaft. “Mein erster Eindruck von der Mannschaft ist sehr positiv. Die Leidenschaft und die Motivation gefallen mir”, versichert der Westfale. Zwar sei es noch nicht möglich gewesen, mit allen Spielern im Kader Einzelgespräche zu führen, aber zumindest mit dem Mannschaftsrat und den Führungsspielern konnte Neuhaus schon sprechen. Ganz bei null anfangen muss der erfahrene Zweitliga-Trainer aber nicht: “Viele Spieler von Arminia kenne ich natürlich schon, weil ich oft gegen sie gespielt habe.” Außerdem hole er sich beim Trainerteam weitere Informationen über seinen neuen Kader. Auch mit dem Team hinter dem Team zeigt sich der neue Übungsleiter zufrieden: “Wir haben hier ein gutes Fundament, auf dem sich aufbauen lässt: Videoanalysten, das Trainerteam – die Mitarbeiter sind auf einem hohen Level, das hilft mir bei der kurzen Eingewöhnungszeit sehr.”

Gleichzeitig betonte Neuhaus, dass ein Trainerwechsel immer auch ein Neuanfang für die Mannschaft sei. “Alle haben die Chance, ihre Qualitäten zu zeigen”, versicherte der Trainer und machte damit auch denjenigen Spielern Hoffnung, die zuletzt nicht so oft zum Einsatz gekommen sind. Allerdings wolle er die Startformation nicht “auf fünf oder sechs Positionen umstellen”, nur um zwanghaft etwas zu verändern. Generell bevorzugt Neuhaus mit Spielern “positionsspezifisch” zu arbeiten, schränkt aber ein: “Natürlich gibt es auch Spieler wie zum Beispiel Manuel Prietl, die polyvalent einsetzbar sind.” Mit dabei sein wird in Kiel wieder Kapitän Julian Börner, der im letzten Heimspiel gegen Sandhausen nicht im Kader stand. Auch Nils Seufert steht nach überstandenen muskulären Problemen wieder in den Startlöchern. Weiterhin verzichten muss der Trainer auf das Trio Jóan Símun Edmundsson, Roberto Massimo und Nils Quaschner (alle Aufbautraining).

Von der Mannschaft erwartet Neuhaus am Freitagabend einen mutigen Auftritt: “Wir müssen Akzente nach vorne setzen und werden einen hohen Aufwand betreiben müssen. In Kiel kannst du nicht abwartend spielen”, so der 59-Jährige, der grundsätzlich eine offensive Ausrichtung bevorzugt: “Zu meiner Idee von Fußball gehört Mut.” Selbiges trifft auch für den Gegner aus dem hohen Norden zu. Mit 30 geschossenen Toren stellt Holstein Kiel die drittbeste Offensive, nachdem sie bereits in der Vorsaison das treffsicherste Team stellten. “Sie spielen noch risikoreicher als in der letzten Saison, das werden 90 Minuten Stressarbeit für uns”, zeigt sich Neuhaus beeindruckt vom forschen Auftreten der “Störche”. Zudem warnt er vor der Mentalität des Tabellenfünften: “Kiel zeichnet die totale Gier auf Erfolg aus. Die geben nie auf, auch bei einem Rückstand nicht.” Zur offensiven Spielweise hinzu kommt die starke Form, in der sich die Nordlichter aktuell befinden: Keines der letzten sieben Ligaspiele ging verloren, jüngst konnten gar drei Spiele in Folge gewonnen werden. All dies ist für den neuen DSC-Coach jedoch kein Grund, ängstlich in die Partie zu gehen: “Wir fahren sicher nicht dahin, um uns von vornherein zu ergeben.” Vielmehr möchte Neuhaus Zählbares aus Kiel mitnehmen: “Ich will grundsätzlich immer gewinnen, aber wichtig ist für mich auch, wie die Mannschaft auftritt.”

Weitere Aussagen von Neuhaus gibt es auch im Arminia-Podcast von Radio Bielefeld.

Auf ArminiaClubTV äußert sich zudem Manuel Prietl zum Spiel:

Berichterstattung Kiel – DSC

Wo kann ich Arminia unterwegs live verfolgen? Wann und wo sehe ich die Highlights des Spiels? Hier gibt es einen Überblick zur Berichterstattung gegen Holstein Kiel.

Wer keine Chance hat, sich ein Ticket zu kaufen, um am Freitag um 18:30 Uhr das Spiel bei Holstein Kiel live im Holstein-Stadion zu verfolgen, dem seien folgende Alternativen empfohlen:

  • In unserer Arminia-App bieten wir euch einen ausführlichen Liveticker inkl. interessanter Statistiken an!
  • Auf unserem Twitter-Kanal halten wir euch immer auf dem Laufenden.
  • Per ASC-Audio-Livestream werden alle Heim und Auswärts-Pflichtspiele übertragen.
  • Radio Bielefeld berichtet ebenfalls von der Begegnung. Reporter Ulrich Zwetz ist 90 Minuten vor Ort und meldet sich mehrmals live aus dem Holstein-Stadion.
  • Sky zeigt das Spiel live und in der Konferenz.

Ihr wart beim entscheidenden Tor noch in der Schlange vor der Bratwurstbude oder ihr habt die Rudelbildung samt roter Karte dank eurer drückenden Blase verpasst? Hier findet ihr nach Schlusspfiff Bewegtbilder von der Partie:

  • Sky, “Alle Spiele, alle Tore”, nach Spielende (Freitag)
  • Sky Sport News HD, “Die 2. Bundesliga”, 22:30 Uhr bis 23:30 Uhr (Freitag)
  • Sport1, “Die 2. Bundesliga”, 22:30 Uhr bis 23:30 Uhr (Freitag)

Auswärtssieg bei Neuhaus-Debüt

Dank einer tollen Leistung konnte Arminia mit 2:1 bei Holstein Kiel gewinnen. Fabian Klos und Julian Börner sorgen für die Bielefelder Treffer und den verdienten Auwärtssieg.

Arminias neues Trainerteam um Cheftrainer Uwe Neuhaus nahm für die Begegnung bei Holstein Kiel im Vergleich zur Heimpartie gegen den SV Sandhausen eine Woche zuvor drei Änderungen in der Startelf vor. Kapitän Julian Börner rückte ebenso zurück in die erste Elf wie Cedric Brunner und Anderson Lucoqui. Auf der Bank nahmen dafür Max Christiansen, Patrick Weihrauch und Jonathan Clauss Platz, die gegen Sandhausen noch starteten. Uwe Neuhaus ließ sein Team in einem 4-4-2 auflaufen, bei dem Andreas Voglsammer und Fabian Klos die Doppelspitze bildeten.

Der DSC kam gut in die Partie und hatte bereits nach zwei Minuten eine gute Chance. Diese hatten die Bielefelder Kiels Torwart Kenneth Kronholm zu verdanken, der den Ball nach einer Hereingabe Keanu Staudes im Fünfmeterraum vertändelte, aber Glück hatte, dass Klos den Ball nicht vollends unter Kontrolle bringen konnte, sodass der Ball ins Aus trudelte. In der siebten Minute schaffte es der DSC über zwei Stationen den Ball schnell auf die linke Seite zu verlagern, sodass Florian Hartherz vor sich viel Platz hatte. Diesen nutzte er zu einem Lauf bis vor den Kieler Strafraum und entschied sich dann für einen Distanzschuss, der allerdings im Fangnetz des Holstein-Stadions landete. Die Kieler Offensive um Serra und Schindler konnte sich in der 10. Minute das erste Mal vor den Bielefelder Kasten kombinieren, doch Tom Schütz setzte im Duell mit Serra seinen Körper geschickt vor den Ball, sodass Ortega Moreno den Ball sicher aufnehmen konnte. Im direkten Gegenzug zeigte sich Voglsammer griffig und zwang Kronholm durchs Anlaufen zu einem Stoppfehler, der beinahe bestraft worden wäre – letztlich fehlten Arminias Nummer 21 ein paar Schritte. So konnte Kronholm seinen Stockfehler gerade noch gut machen.

Der DSC zeigte sich weiter offensivfreudig. In der 15. Minute spielte Voglsammer seinen Sturmpartner Klos auf der rechten Seite frei, der sich für eine flache und harte Hereingabe entschied. KSV-Keeper Kronholm zeigte sich ein weiteres Mal unentschlossen und konnte im Verbund mit seinem Abwehrspieler den Ball in letzter Sekunde vor einem Bielefelder zur Ecke klären. Die größte Chance zur Führung hatte drei Minuten später Anderson Lucoqui, der von Voglsammer schlau freigespielt wurde. Arminias linker Mittelfeldspieler hatte nur noch einen Kieler Abwehrspieler vor sich, zog von der Strafraumkante flach ab und scheiterte mit seinem Versuch an Kronholm. Auch in der 20. Minute erspielten sich die Bielefelder eine weitere Möglichkeit. Nachdem der Ball auf der linken Seite gewonnen wurde, spielte der DSC schnell nach vorne. Am Ende kam Schütz aus zentraler Position vor dem Strafraum zum Abschluss, setzte den Ball aber knapp neben das Gehäuse. Auf der Gegenseite hatten die Gäste dann Glück: Ortega Moreno passte einen Ball ungewollt in die Füße eines Kielers, der mit seinem direkten Flugball Schindler fand. Kiels Angreifer setzte seinen Körper geschickt vor seinen Gegenspieler und zog aus knapp zehn Metern ab. Ortega Moreno war jedoch auf der Hut und konnte die erste gefährliche Möglichkeit der „Störche“ mit einer Parade entschärfen. Auch die nächste Gelegenheit gehörte den Hausherren. Serra verlängerte einen Ball vor dem Sechzehner auf seinen Angriffskollegen Schindler, der vor seinem Abschluss aus kurzer Distanz in letzter Sekunde von Hartherz gestört werden konnte.

In der 32. Minute musste Ortega Moreno sein ganzes Können zeigen, um seine Mannschaft vor dem Rückstand gegen besser ins Spiel findende Kieler zu bewahren. Holsteins Kapitän David Kinsombi setzte sich gegen Lucoqui durch, passte den Ball auf Lee, der direkt auf rechts zu Schindler klatschen ließ. Kiels Nummer 27 fand mit seiner Flanke am zweiten Pfosten Johannes van den Bergh, der die Hereingabe per Direktabnahme aufs Tor brachte und im toll reagierenden DSC-Keeper seinen Meister fand. Auf der anderen Seite fiel dann der erste Treffer. Nach einer Kombination über die linke Seite rettete Schütz mit gutem Einsatz vor einem möglichen Kieler Abstoß, indem er den Ball kurz vor dem Toraus auf Lucoqui passte. Lucoqui flankte den Ball direkt scharf und flach in die Mitte, wo Klos mit dem Rücken zum Tor den Ball clever abschirmte, ein paar Momente wartete und das Gerät dann mit einem gefühlvollen Schlenzer ins linke Toreck versenkte – 0:1 (34.)! Der DSC blieb dran und hätte kurz vor der Halbzeit beinahe für den zweiten Treffer des Spiels gesorgt. Klos verlängerte den Ball im Kieler Strafraum auf Voglsammer, dem nicht viel Zeit blieb, da ihn ein Kieler Abwehrspieler direkt anlief. So zog Arminias Nummer 21 bedrängt aus knapp zehn Metern ab, setzte den Ball aber deutlich über das Tor. Kurz vor der Pause hatte Voglsammer dann eine viel größere Möglichkeit – nachdem Staude den Ball im Mittelfeld gewann, liefen Staude und Voglsammer im 2:1-Duell auf den Kieler Kasten zu. Staude entschied sich für den Querpass auf Voglsammer, der jedoch einen Tick zu lang zögerte und mit seinem Versuch an Kronholm scheiterte. Das hätte durchaus das 2:0 sein können. Da Schiedsrichter Pascal Müller wenige Momente darauf abpfiff, ging es mit einer mehr als verdienten 1:0-Führung für die Blauen in die Halbzeit.

Ohne Wechsel auf beiden Seiten ging es in den zweiten Abschnitt. Und der startete rasant. Kiels Linksverteidiger van den Bergh wurde vor dem Strafraum nicht attackiert, legte sich den Ball zurecht und setzte seinen Schlenzer an den Pfosten. Auch eine Zeigerumdrehung später hatte der DSC das Glück auf seiner Seite. Nachdem Schindler auf der rechten Seite bis zur Grundlinie gekommen war, passte er den Ball in den Rückraum, wo Lee vollkommen frei wartete. Der Südkoreaner trat jedoch über den Ball, sodass Arminia ein weiteres Mal durchatmen konnte. Für Entlastung sorgten die Bielefelder in der 50. Minute durch Klos. Lucoqui wartete auf der linken Seite auf den hinterlaufenden Hartherz. Der wurde im richtigen Moment angespielt, flankte in die Mitte, wo Klos sich im Luftduell gegen zwei Kieler durchsetzen konnte, den Ball aber ein Stück über das Tor köpfte.

Es blieb turbulent – Lee scheiterte mit seinem Schuss aus spitzem Winkel denkbar knapp (53.). Arminia antwortete in Form einer großen Doppelchance – erst fand Staude nach toller Kombination mit Klos frei vor dem Kieler Tor in Kronholm seinen Meister. Die anschließende Ecke von Schütz landete punktgenau auf dem Kopf von Kapitän Julian Börner, dessen Kopfball knapp links neben dem Tor landete. Auch bei einem Angriff in der 57. Minute zeigten die Bielefelder, dass sie weiterhin auf das zweite Tor spielten – Klos verlängerte im Mittelfeld auf Lucoqui, der sich bis zur Grundlinie tankte und in den Rückraum spielte. Dort verpasste Staude um ein Haar. Auch zwei Minuten später hatte der DSC die Riesenchance zur 2:0-Führung, doch Voglsammers Schuss aus hervorragender Position konnte Kronholm entschärfen.

In den folgenden Minuten beruhigte sich die Partie ein wenig – bei den ersten wirklich sehr intensiven Minuten des zweiten Durchgangs auch kein Wunder. Brenzlig wurde es erstmals wieder in der 70. Minute als Schindler eine Flanke auf den zweiten Pfosten zog. Dort musste Arminias Rechtsverteidiger Cedric Brunner sein ganzes Können aufzeigen, um per Kopfball vor Kinsombi zur Ecke zu klären. Da diese nichts einbrachte, blieb es beim 1:0 für die Bielefelder. In der 72. Minute nahm Uwe Neuhaus den ersten Wechsel vor – Jonathan Clauss kam für Lucoqui in die Partie. Eine Minute später fiel der Ausgleich, für den Janni Serra sorgte. Nach einer unübersichtlichen Situation am Strafraum konnte Kinsombi den Ball vor dem Tor zu Serra befördern, der mit seinem Kopfball aus wenigen Metern erst an der Latte scheiterte, dann aber das Glück hatte, dass ein Handspiel von ihm nicht geahndet wurde und der Abpraller wieder bei ihm landete, sodass er seinen zweiten Versuch aus kurzer Distanz per Fuß zum Ausgleich nutzte. Keine zwei Minuten später hätten die Kieler die Partie fast gedreht, doch Lees Schuss nach Hereingabe Schindlers hauchte haarscharf am langen Pfosten vorbei.

Kiel drehte jetzt auf: Nach einer tollen Ballstaffette über mehrere Positionen landete der Ball am Strafraumeck bei Kinsombi, der direkt abzog und dessen Schuss von Prietls Körper gerade noch zur Ecke geklärt werden konnte. In der 81. Minute kam Arminia eindrucksvoll zurück. Nach einem energischen Lauf des eingewechselten Clauss wusste sich ein Kieler vor dem Strafraum nur mit einem Foul zu helfen. Den anschließenden Freistoß setzte Schütz perfekt auf den Kopf Börners, der sich gegen zwei Kieler durchsetzte und seinen Kopfball wuchtig in die Maschen zur 2:1-Führung köpfte. Vier Minuten nach der Führung wechselte Arminia ein zweites Mal, Stephan Salger kam für Voglsammer auf das Feld. In der letzten Minute der regulären Spielzeit konnte sich Ortega Moreno im Tor des DSC auszeichnen, als er eine scharfe Flanke des eingewechselten Honsaks sicher fangen konnte. In der rund dreiminütigen Nachspielzeit hatte der DSC in Person von Klos und Clauss noch zwei gute Kontermöglichkeiten, beide scheiterten jedoch jeweils an Kronholm. Für die letzten Sekunden brachte das neue Trainerteam noch Sören Brandy für Staude. Es sollte aber nichts mehr passieren, sodass der DSC einen eminent wichtigen und verdienten 2:1-Sieg bei heimstarken Kielern feiern konnte. Für Arminia geht es am kommenden Samstag, den 22. Dezember, mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim weiter, bevor es in die Winterpause geht.

Stimmen zum Spiel

Ich freue mich sehr über den Sieg heute, schließlich haben wir lange darauf gewartet. Wir waren schon nah dran in den vorherigen Spielen, heute hat es endlich geklappt. Bei meiner Vorlage zum 1:0 habe ich gar nicht mehr geguckt, weil ich einen Schlag bekommen habe. Als der Ball drin war, kam jemand zu mir und hat mir zur ersten Profi-Vorlage gratuliert. Das macht mich natürlich sehr glücklich. Ich bin positiver Dinge, dass die Spielphilosophie, die der neue Trainer mitgebracht hat, in der kommenden Zeit noch besser fruchten wird.

Anderson Lucoqui

Ich bin einfach nur brutal erleichtert. Es ist eine Riesenlast, die von uns fällt, weil wir eine turbulente Woche hinter uns haben. Ich freue mich für die Mannschaft und das neue Trainerteam. Es war ein super Spiel von uns – spielerisch wie kämpferisch. Wir hatten viele Chancen, hätten höher gewinnen können, aber am Ende steht der Sieg. Das ist das, was zählt. Wir genießen den Moment, nehmen den Kopf hoch und schauen nach vorne. Jetzt lassen wir kurz die Dinge etwas sacken und freuen uns. Ich denke, der Trainer kann mit unserer Leistung zufrieden sein.

Julian Börner

Ich verspüre gerade einfach nur pure Erleichterung und Freude. Ich muss den Hut ziehen vor jedem Einzelnen, mit welchem Selbstverständnis wir heute aufgetreten sind. Der Fußball ist nicht immer erklärbar und manchmal verrückt. Heute haben uns nicht viele was zugetraut in Kiel, aber wir hatten eigentlich alle schon vor dem Spiel ein positives Gefühl. Der einzige Kritikpunkt ist, dass wir heute mehr Tore hätten schießen müssen. Wichtig ist es nun, das Jahr mit einem Heimsieg abzuschließen.

Fabian Klos

Wie sich jeder denken kann, bin ich heute hochzufrieden. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir waren mutig, haben uns nicht zurückdrängen lassen und nicht viel zugelassen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann nicht mehr ganz so eng zusammen gestanden und Kiel hat mehr Druck gemacht. Wie das Gegentor gefallen ist, war natürlich kurios. Aber das Beeindruckendste war für mich heute, dass eine Mannschaft, für die es lange nicht lief, trotz des Ausgleichs weiter gespielt hat und noch mal zurückgekommen ist.

Uwe Neuhaus

Glückwunsch an Bielefeld, das war ein verdienter Sieg. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht stattgefunden, uns in Ballbesitz dämlich angestellt und ohne Ball noch dämlicher. In der zweiten Halbzeit wurde es dann einen Tick besser. Aber trotzdem ist es logisch, dass wir das Spiel hinten raus noch abgeben. Was ich sonst gut fand, war heute weniger gut.

Tim Walter

Holstein Kiel:
Kronholm – Dehm, Schmidt, Wahl, van den Bergh – Mühling, Meffert, Lee (90. Thesker), Kinsombi (83. Honsak) – Schindler, Serra.

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Brunner, Behrendt, Börner, Hartherz – Staude (90. Brandy), Prietl, Schütz, Lucoqui (72. Clauss) – Voglsammer, (85. Salger), Klos.

Tore:
0:1 (34.) Klos, 1:1 (73.) Serra, 1:2 (83.) Börner

Gelbe Karten:
Meffert/-

Zuschauer:
8.904